National-Religiöse Partei vor Wahlen umgebildet

19. November 2008, 16:54
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Neuer "religiös zionistischer Block" will drittstärkste Kraft werden

Jerusalem/Wien - Israels National-Religiöse Partei (MAFDAL) hat auf einem Parteitag ihre Selbstauflösung beschlossen. Sie wird sich vor den kommenden Wahlen im Februar mit den beiden Parteien Moledet und Tkuma zu einem neuen "religiös-zionistischen Block" zusammenschließen. Das berichtete die israelische Botschaft am Mittwoch in einem Newsletter unter Berufung auf die israelische Zeitung "Haaretz".

Die National-Religiöse Partei war wiederholt an Regierungskoalitionen beteiligt wo sie meist den Religionsminister stellte. Aus der Partei ging die rechte Siedlerbewegung Gush Emunim ("Block der Getreuen") hervor, die aus religiösen Gründen auch den Gazastreifen, das Westjordanland und Ostjerusalem als untrennbaren Teil von "Eretz Israel" ("Land Israel") ansieht. Bei den letzten Wahlen erzielten die National-Religiösen ihr schlechtestes Ergebnis und errangen nur drei Mandate in der Knesset.

"Müssen drittgrößte Partei werden"

Vor der Abstimmung rief MAFDAL-Vorsitzender Zevulon Orlev die Delegierten dazu auf, den Weg des Zusammenschlusses mit anderen Parteien zu beschreiten: "Es wäre sehr leicht, in unserem kleinen bequemen Haus zu verbleiben und vielleicht drei bis fünf Sitze zu gewinnen, aber das ist ein Risiko, dass einzugehen ich nicht bereit bin. Eine Anzahl wie diese zählt nicht mehr in der israelischen Politik. Wir müssen die drittgrößte Partei des Staates Israel werden."

Orlev verglich die Entscheidung mit dem Zusammenschluss der Parteien Hamizrachi und Hapo'el Hamizrachi vor 52 Jahren, aus dem die National-Religiöse Partei hervorging. Er betonte, dass die neue Partei ihren Schwerpunkt auf die Erziehung und den jüdischen Charakter des Staates legen werde. (APA)

 

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