Seoul will Verbreitung anti-nordkoreanischer Flugblätter stoppen

19. November 2008, 16:45
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Wegen der angespannten Beziehungen zum Norden

Seoul - Angesichts der angespannten Beziehungen zu Nordkorea hat die südkoreanische Regierung an private Gruppen appelliert, keine anti-nordkoreanischen Flugblätter mehr über die Grenze hinweg zu verbreiten. Die Regierung werde sich aktiv bemühen, die Organisationen davon abzuhalten, teilte am Mittwoch das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Die Flugblattaktionen in den vergangenen Wochen hatten mit dazu beigetragen, dass sich die innerkoreanischen Spannungen verschärften. Das kommunistische Nordkorea hatte Seoul für die Aktionen der Gruppen verantwortlich gemacht und mehrfach mit ernsthaften Konsequenzen gedroht.

Die Gruppen - darunter Vereinigungen nordkoreanischer Flüchtlinge in Südkorea - kündigten trotz der Appelle der Regierung für diesen Donnerstag weitere Aktionen an. Erneut sollen nach Angaben der Gruppen "Kämpfer für ein freies Nordkorea" aus heliumgefüllten Ballons 100.000 Flugblätter über dem Norden der koreanischen Halbinsel abgeworfen werden. Darin sollen die Nordkoreaner zum Umsturz des diktatorischen Regimes in Pjöngjang aufgerufen werden.

"Innerhalb der legalen Grenzen"

Die Behörden würden mit diesen Aktivitäten "innerhalb der legalen Grenzen" umgehen, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul, ohne dies weiter auszuführen. Bisher sah die Regierung keine rechtliche Handhabe gegen die Flugblattaktionen.

Nordkorea hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, die Landesgrenze zum Süden vom 1. Dezember an zu schließen. Das Land wirft Seoul vor, eine Politik der Konfrontation zu verfolgen. Die Beziehungen hatten sich seit dem Antritt einer konservativen Regierung in Südkorea Ende Februar deutlich abgekühlt, die eine härtere Haltung gegenüber Nordkorea als die liberale Vorgängerregierung vertritt. (APA/dpa)

 

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