Sportminister soll seine Frau geschlagen haben

19. November 2008, 16:16
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Premier Tusk: "Ich interessiere mich für Privatleben meiner Minister nicht"

Warschau - Der polnische Fernsehsender TVN ist an Dokumente der Polizei von Miami (USA) gelangt, wonach der polnischer Sportminister Miroslaw Drzewiecki bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten seine Frau geschlagen haben soll. Der Minister, der durch seinen Kampf gegen den polnischen Fußballverband in die Schlagzeilen geriet, streitet dies jedoch ab. Premier Donald Tusk sieht seinen Minister nicht belastet.

Tusk gab zu, dass er über das Ereignis nicht Bescheid wusste. Er erklärte jedoch, dass er sich für das Privatleben seiner Minister nicht interessiere. Der Regierungschef glaubt auch, dass die Angelegenheit "keine größere Bedeutung für das Agieren des Ministers" habe.

Festnahme

Laut der von der TVN veröffentlichten Dokumenten wurde Drzewiecki am Silvesterabend 1999 von der Polizei von Miami festgenommen. Er soll seine Frau geschlagen haben. "Kurz nach meinem Ankommen sagte Janina Drzewiecka, die Ehefrau von Miroslaw Drzewiecki, dass ihr Mann sie am Hals gepackt und auf den Boden geworfen hatte. Diese Version bestätigten Zeugen. Bei beiden konnte ich sehr starken Alkoholgeruch feststellen", schrieb ein amerikanischer Offizier in einem Bericht über den Vorfall.

Drzewiecki und seine Frau dementieren diese Version der Ereignisse. Sie behaupten, Drzewiecki sei festgenommen worden, weil das Ehepaar auf eine Straße geraten war, wo es gerade eine Schlägerei gab. Die Ehefrau Drzewieckis dementierte auch, dem Polizisten gesagt zu haben, dass ihr Mann sie geschlagen habe. Die Ermittlung wurde von einer Richterin am 1. Jänner 2000 nach einem Gespräch mit den Drzewieckis abgeschlossen.

TVN wirft dem Minister auch vor, beim Verhör mehrmals gelogen zu haben. Drzewiecki hatte einen staatlichen Pflichtverteidiger beantragt, weil er sich angeblich keinen eigenen Anwalt leisten konnte. Er versicherte in dem Antrag, dass er nicht berufstätig sei und über keine Finanzmittel auf seinem Bankkonto verfüge. Die TVN-Journalisten erinnerten jedoch daran, dass Drzewiecki bereits vor dem Vorfall auf der vom Wochenmagazin "Wprost" erstellten Liste der 100 reichsten Polen gestanden war. Beim Verhör soll sich der damalige Parlamentsabgeordnete der liberalen Freiheitsunion (UW) zudem als polnischer Diplomat vorgestellt haben.

"Ich habe etwas unterschrieben, aber ich habe keine Ahnung davon", erklärte Drzewiecki und betonte, dass das Dokument in Englisch verfasst war und bei dem Verhör kein Dolmetscher anwesend gewesen sei. (APA)

 

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    Miroslaw Drzewieck, Sportminister

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