Ausbau der Studienplätze verlangt nach vierter Med-Uni

19. November 2008, 16:05
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Der Rektor der Med-Uni Wien fordert Personalaufstockung: Um die Forderung der Politik umsetzen zu können, brauche man zumindest 800 neue Lehrstellen

Wien - 800 zusätzliche Stellen für wissenschaftliches Personal an den drei Medizin-Universitäten und mehr als 120 zusätzliche Räume allein am Wiener Standort: Das sind laut Medizin-Uni Wien (MUW) die Voraussetzungen für eine Realisierung der in der kurz vor der Nationalratswahl beschlossenen Novelle zum Universitätsgesetz (UG) festgeschriebenen Ausweitung der Anfängerstudienplätze ohne Qualitätsverlust, schreibt Rektor Wolfgang Schütz im aktuellen Newsletter der Österreichischen Rektorenkonferenz (uniko).

"Dramatische Personalaufstockung"

Mit der bestehenden Infrastruktur könnten die Medizin-Unis nicht 900 zusätzliche Studenten nach bestehenden Qualitätsstandards ausbilden, so Schütz. Er fordert daher "eine dramatische Personalaufstockung": Es müssten zumindest 800 neue Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen werden, schreibt der MUW-Rektor.

Soll die Qualität der klinischen Ausbildung erhalten werden, sei bei Aufstockung der Studentenzahl in Wien ein weiteres Universitätsspital ebenfalls "unabdingbare Voraussetzung". Eine weitere Aufstockung der Plätze in den Lehrkrankenhäusern der MUW sei nur unter der Voraussetzung möglich, dass ein Großteil der angehenden Mediziner im klinischen Studienabschnitt von universitätsfremdem Personen unterrichtet würde.

300 Millionen Euro Zusatzkosten

Nach derzeitigem Stand wären allein an der MUW 121 zusätzliche Hörsäle und Seminarräume und Raumausstattung nötig, um die zusätzlichen Studenten aufzunehmen. Dafür müssten jedoch laut Schütz, da die derzeitigen Gebäude ausgelastet seien, Räume zugemietet oder ein zweites Hörsaalzentrum errichtet werden (Kostenschätzung 180 Millionen Euro).

Bedenke man die zusätzlich benötigte Infrastruktur, "erscheint eine vierte staatliche medizinische Universität als die einzige mögliche Lösung", so Schütz. Diese hätte ähnlich viele Studenten wie die MUW zu betreuen, der Rektor rechnet mit Zusatzkosten von jährlich mindestens 300 Millionen Euro. (APA)

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