"Flucht in Investments, die auch Spaß machen"

19. November 2008, 16:07
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Echtes Blech, echte Wertanlage: Investoren schichten in Investments in historische Fahrzeuge um. Abwertungen sind lediglich im Mittelpreissegment passiert

"Na servus, haben wir gedacht, da kommt ja was auf uns zu" , berichtet Franz Steinbacher, Wiener Sachverständiger für historische Fahrzeuge über jüngste Gespräche unter Sammlerkollegen in der heimischen Oldtimer-Community, als die Finanzkrise so richtig ausgebrochen ist. "Aber mehr als zehn Prozent Abwertungsbedarf gibt es nicht, und das auch nur vor allem im Segment 50.000 bis 70.000 Euro" , sagt Steinbacher und fügt hinzu: "Bis jetzt zumindest nicht mehr." Jedenfalls bemerken die Auskenner in Sachen klassische Autos "derzeit eine Art Flucht in Investments, die auch Spaß machen" . In der Topliga sind die Preise für Oldtimer in den vergangenen Jahren in unermessliche Höhe geschossen. Vor allem der Ferrari-Boom hat Millionen bewegt. Eine Änderung ist hierbei nicht zu bemerken, "schließlich kommt ja bei Oldtimern nichts nach" , so Steinbacher. Auch die Preise für hochwertige Vorkriegsmodelle sind stabil geblieben.

Maserati und Lancia

Der Sachverständige bemerkte in jüngster Zeit verstärkte Nachfrage vor allem bei italienischen Marken wie Maserati und Lancia, sowie bei Porsche. "Maserati ist lange am Boden gewesen, die Zeiten sind vorbei. Oder nehmen Sie den Lancia Aurelia Spider her - unter 300.000 Euro geht da nichts mehr. Und beim Porsche 911 haben sich die Preise in den vergangenen Jahren verdoppelt" , berichtet der Experte von jüngsten Marktentwicklungen. Auch bei der Marke Abarth, die in der Vorwoche ihren 100. Geburtstag feierte (Fiat verwendet das Logo mit dem Skorpion heute wieder als Auszeichnung für PS-stärkere Modellvarianten), ziehen die Oldtimerpreise wieder an. Die Sammler entdeckten darüber hinaus weniger bekannte Marken wie den italienischen Sportwagenhersteller Oscar. "Sportwagen gehen sowieso immer gut, ebenso alles, was offen ist."

Bei den Rennautos sei allerdings für Nichtmultimillionäre bei Wagen, die bis Mitte der 90er gebaut werden, Schluss. Steinbacher: "Ein Formel-eins-Rennwagen, der zehn Jahre alt ist, ist sehr schwierig zu fahren. Man muss außerdem einen Aufwand treiben, der dem eines Profirennstalls der 80er Jahre entspricht. Mit den Wagen für die Herrenfahrer der 50er, 60er hat das nichts mehr zu tun."
Welche Marken und Modelle könnten in den nächsten Jahren zum Klassiker werden? Der Experte tippt auf das Coupe Jaguar XJS (produziert in den Jahren 1991-1996), aber auch auf die erste Generation des Jaguar XK8 (1996-2005). Letztere seien bereits in einem guten Zustand unter 30.000 Euro zu haben. Weiters würde bald der Porsche 928 "wachgeküsst" werden, so Steinbacher (1977-1995), ebenso das BMW-Coupe 850i (interner Code: E31, 1989- 1999). Auch der Mercedes Benz SL R129 (1989-2001) habe schon immer das Zeug zum Klassiker gehabt. Dann seien in der jüngsten Zeit auch die Preise bei den Alfa-Spider-Modellen angezogen, sowohl bei der letzten "klassischen" Generation (1991- 1996) wie auch bei den ersten der neueren, keilförmigen Spider (1994-2005).

"Noch ganz billig"

Grundsätzlich sieht Steinbacher alles, was mindestens Acht-Zylinder-Motoren und aus europäischer Fertigung kommt, derzeit als "noch ganz billig" an, bei einem gleichzeitig vorhandenen Potenzial, künftig als Klassiker zu gelten. Er weist aber darauf hin, auch beim Kauf eines "Youngtimers" (definitionsgemäß 15 bis 25 Jahre alte Autos) penibel auf die "History" eine Fahrzeuges geschaut werden muss (Zahl der Vorbesitzer, Service, Reparaturen, plausibler Tachostand - es sollte keine Havarie gewesen sein etc.). Könnte ein prominenter Vorbesitzer, der in der History aufscheint, den Wert des Fahrzeuges heben? Steinbacher: "Eher nicht. Außer es war jemand wie Steve McQueen oder James Coburn." (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2008)

 

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    foto: www.seriouswheels.com

    Erlebt derzeit einen Boom: Lancia Aurelia B24 Spider (1954–1958).

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