Sozialisten streiten um Heilige

19. November 2008, 15:17
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Ärger um Gedenktafel für heiliggesprochene Nonne - Katholischer Parlamentspräsident José Bono bezeichnet Parteikollegen als "Hurensöhne"

Madrid - Eine Heilige steht im Mittelpunkt eines Streits im spanischen Parlament. Die Nonne Maravillas de Jesús Pidal (1891-1974) soll mit einer Tafel im Abgeordnetenhaus geehrt werden. Der sozialistische Parlamentspräsident José Bono stimmte einer entsprechenden Initiative der konservativen Volkspartei (PP) zu. Damit handelte der gläubige Katholik sich jedoch Ärger mit seinen Genossen ein. Die Fraktion der regierenden Sozialisten lehnte das Vorhaben ab mit dem Hinweis, Spanien sei nach der Verfassung an keine Konfession gebunden.

Der Parlamentspräsident wurde vom Aufnahmegerät eines TV-Senders dabei ertappt, wie er sich zu der Bemerkung hinreißen ließ: "Die Leute der eigenen Partei sind Hurensöhne." Bono entschuldigte sich später bei seinen Genossen. Schwester Maravillas war in Madrid in einem Gebäude geboren worden, das heute zum Parlament gehört. Im Bürgerkrieg (1936-1939) wurde sie von der politischen Linken verfolgt und 2003 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. (APA/dpa)

 

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    José Bono, Parlamentspräsident, Sozialist und Katholik

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