Velden: Rätsel um Diebstahl von Flicks Leichnam

20. November 2008, 18:55
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Bisher noch keine Lösegeldforderungen - Es müssen mehrere Täter am Werk gewesen sein - Polizei hofft auf Zeugen

Klagenfurt - Zeit seines Lebens wurde der reichste Wahlösterreicher, der Milliardär Friedrich Karl Flick aus Angst vor Entführern schwer bewacht. Nun wurde sein Grabmal geschändet und sein Leichnam gestohlen.

Noch immer ist rätselhaft, wie der Sarg aus seinem Mausoleum in Velden gebracht werden konnte. Fest steht laut Polizei, dass es mehrere Täter gewesen sein müssen, die mit schwerem Gerät die Granitplatten der Gruft professionell aufgehoben und den rund 200 Kilo schweren verlöteten Zinksarg aus der engen Türöffnung des Mausoleums gehievt haben, das erst nach der Beisetzung errichtet wurde. "Wie das möglich war, wissen wir noch nicht", meint ein Polizeisprecher.

Es waren offenbar Angestellte der Familie Flick, die bei der regelmäßigen Grabpflege die Beschädigungen in der Vorwoche entdeckt haben. Sie informierten auch die Polizei in Velden, die daraufhin nähere Untersuchungen aufnahm. Dabei stellte sich heraus, dass die Gruft leer war.

Die Polizei hofft jetzt auf Zeugen, die in der Nacht vom 12. auf den 13. November verdächtige Geräusche auf dem Friedhof Velden gehört haben.

Der Vermögensverwalter und Sprecher der Familie Flick, Andreas Lohr, teilte am Donnerstag mit, dass die Familie entsetzt sei über "dieses abscheuliche Verbrechen". Lösegeldforderungen gebe es bisher aber noch nicht, sagt Lohr. Die Witwe Ingrid Flick befinde sich auf dem Weg nach Kärnten.

Schon einmal kam es in Kärnten zum Diebstahl eines Leichnams. Allerdings vor dem Begräbnis. Der Sarg mit der Leiche wurde Tage später schwimmend auf der Drau entdeckt. (stein, DER STANDARD - Printausgabe, 21. November 2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Anwesen der Familie Flick in Velden am Wörthersee.

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