Neue Substanz gegen Alzheimer getestet

24. November 2008, 10:44
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Peptid D3 dämpft entzündliche Prozesse und Alzheimer-Plaques bei Mäusen

Jülich - Im Kampf gegen Alzheimer gibt eine neu entwickelte Substanz Anlass zur Hoffnung. Die Wirksamkeit des Peptids D3 wurde in Tierversuchen schon erfolgreich nachgewiesen, wie das deutsche Forschungszentrum Jülich mitteilte. Dies könne der erste Schritt zu einer wirksamen Therapie sein. Jetzt sind weitere Versuche mit Mäusen geplant, danach solle das neue Peptid möglichst schnell auf seine Anwendbarkeit bei Menschen geprüft werden.

Die Alzheimer-Demenz ist eine chronische Erkrankung, die allein in Deutschland etwa eine Million Menschen betrifft. Im Gehirn der Patienten sind Protein-Ablagerungen nachzuweisen, die auch als Alzheimer-Plaques bezeichnet werden: Es handelt sich um diffus in die Hirnrinde und andere Gehirnregionen eingestreute Proteinaggregate. Ihr Hauptbestandteil ist das sogenannte Amyloid-beta-Peptid.

Peptid D3

Das Forscherteam aus Jülich und Düsseldorf unter der Leitung Dieter Willbold entwickelte nun eine Substanz, die die krankhaften Veränderungen im Gehirn bei Versuchen wirksam bekämpfte. Es handelt sich um das neue Peptid D3, das aus speziellen Aminosäuren besteht - nämlich aus Spiegelbildern der natürlich in Eiweißen vorkommenden Aminosäuren. Die aus ihnen gebildeten Peptide gelten den Angaben zufolge als besonders stabil im Körper und rufen in der Regel keine schädliche Immunantwort hervor.

Versuche im Reagenzglas hätten gezeigt, dass das Peptid D3 die Zusammenballung von Beta-Amyloid aufhalten und sogar rückgängig machen könne. Bei bestimmten Mäusestämmen habe man zusammen mit amerikanischen Wissenschaftern gezeigt, dass eine Behandlung mit D3 die Zahl der Alzheimer-Plaques in den Gehirnen erheblich reduziert. Interessanterweise seien auch entzündliche Prozesse im Gehirn deutlich gedämpft worden. (APA/AP)

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