Alle gegen tele.ring

2. März 2003, 09:08
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T-Mobile erwirkt einstweilige Verfügung gegen Werbespot und "tele.ring kann One in keinerlei Hinsicht das Wasser reichen"

"Telefonierer sein das ist nicht schwer, Provider sein dagegen sehr" - diese freie Interpretation eines bekannten Zitats dürfte die momentane Situation am österreichischen Mobilfunkmarkt wohl ziemlich gut treffen. Der Wettbewerb wird härter, die Angebote der einzelnen Provider für die Preise am Markt immer bedrohlicher und damit der Kampf um Kunden immer aggressiver.

Telering fährt schwere Geschütze auf

Bislang wurde von den Konkkurenten - T-Mobile Austria One und Mobilkom Austria - mehr oder weniger belächelt und ignoriert. Im Bereich der Geschäftskunden scheint der viertgrößte Provider auch weiterhin unter ferner Liefen, doch neue aggressive Werbekonzepte und Querschläge auf die Konkurrenz sorgen nun für Verstimmung.

Stumm, nun aggressiv

tele.ring war auch bislang nicht wirklich mit aggressiver Werbung aufgefallen. Kurz vor dem Eintritt des fünften österreichischen Telekomproviders Hutchison 3G Austria (H3G), dürfte sich das Unternehmen allerdings der Bedrohung bewusst geworden sein und startete mit neuen Angeboten seine Kundenjagd.

T-Mobile vs. tele.ring

Den Anfang im neuentfachten Providerkampf stellte die einstweilige Verfügung von T-Mobile Austria gegen die tele.ring-Werbung dar - der Webstandard berichtete. tele.ring wird nun einige Passagen in seinem "Speck weg"-Spot ändern müssen.

One vs. tele.ring

Wenig später tätigte tele.ring Marketing-Chef Michael Krammer bei einer Pressekonferenz folgende Aussage: "tele.ring hingegen ist überzeugt, dass zwei weitere Anbieter am Markt übrig bleiben werden. tele.ring Marketing-Chef Michael Krammer sagt, dass One aufgeben wird müssen. Das Unternehmen habe zu viele Schulden , behauptete Krammer gestern bei der Präsentation der tele.ring Zahlen". (Zitat Öberösterreichische Nachrichten). Dies wiederum veranlasste One zu einer Presseaussendung in der Stellung zu dieser Aussage genommen wird. "Es ist beachtlich, dass tele.ring bei seinen Überlebenskämpfen noch die Zeit findet, das wirtschaftliche Befinden von ONE zu analysieren. Ich empfehle dem Unternehmen, lieber vor der eigenen Tür zu kehren als den Mitbewerb in Pressekonferenzen schlecht zu machen."(Statement Jørgen Bang-Jensen, CEO One). "Die von Herrn Krammer zitierte Aussage, One habe zu viele Schulden, ist schlichtweg falsch, zeugt von mangelnden finanziellen Kenntnissen und dürfte von einem Wunschdenken getrieben sein. Die Fremdverschuldung von One liegt weit unter 50 Prozent und allein der positive Cash Flow im Jahr 2002 würde eine Rückzahlung der Kredite in 4 Jahren ermöglichen, wenn die Finanzkenntnis sinnvoll wäre. Hier möchte man nur von den eigenen Problemen ablenken und die dürften signifikant sein, da Telering als einziges österreichisches Mobilfunkunternehmen noch immer kein positives EBITA erreicht hat, sondern sogar einen zweistellig negativen EBITA Prozentsatz erwirtschaftet." (Christian Schrötter, CFO One)

"Sachlich bleiben"

"Wir möchten im Gegensatz zu tele.ring sachlich bleiben und verweisen einfach auf die GFK Zahlen, die klar belegen, dass One Nummer 1 im Weihnachtsgeschäft und fast gleichauf mit Mobilkom im Jänner war. One ist die stabile Nummer 3 am österreichischen Markt", so Christian Czech, CCO One.

Und weiters: "Wir haben die Aussagen von tele.ring gegenüber One mit Erstaunen und nicht zuletzt mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen. Die Behauptung, One werde innerhalb dieses Jahres vom österreichischen Markt verschwinden, halte ich in Anbetracht der Tatsache, dass tele.ring nach wie vor über merkbar weniger Kunden verfügt als One für sehr gewagt. Bei einem Vergleich der Portale wird deutlich, dass One über wesentlich mehr Erfahrung verfügt, was sich auch im Bezug auf Traffic und Usability ganz deutlich zeigt. Das One Portal ist extrem benutzerfreundlich gestaltet, was nicht zuletzt durch ein halbes Jahrzehnt Erfahrung möglich ist. Es ist offensichtlich, dass tele.ring versucht, sich als Billiganbieter auf dem österreichischen Markt zu etablieren. Dass tele.ring den bereits erfolgreich etablierten Anbietern nachhinkt, zeigt nicht allein die Tatsache, dass der MMS-Launch noch immer auf sich warten lässt. tele.ring kann One in keinerlei Hinsicht das Wasser reichen", Florian Pollack, Head of One Mobile Living.

Mobilkom schweigt

Einzig die Mobilkom Austria schweigt (noch). Allerdings dürfen Konsumenten sich schon auf ein heißes Frühjahr freuen, denn es bleibt nicht anzunehmen, dass dies schon das Ende im Kampf der österreichischen Provider sein dürfte. Sicherlich wird ein neuer Mitbewerber wieder neue Auseinandersetzungen zu Tage bringen - man darf also gespannt sein.(red)

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