Der heimische Businesspark-Boom flaut nicht ab

28. Februar 2003, 22:06
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Sehr viele Büroflächen stehen derzeit leer - es könnte sich "eine Stadt am Rande der Stadt" entwickeln

Der heimische Businesspark-Boom flaut nicht ab. Die Gründe dafür scheinen vielfältig zu sein. "Sehr viele Büroflächen stehen derzeit leer", weiß zum Beispiel Michael Finding von der IG Realitäten Verwaltungsgesellschaft. Es seien Räume, die zum Teil durch Fusionen und zum anderen Teil durch Zusammenlegung von Abteilungen eines Unternehmens frei wurden.

Darüber hinaus dürfte sich für Firmen ein Einmieten in den am Stadtrand gelegenen Parks immer besser rechnen, einmal ganz abgesehen von den hier natürlich günstigeren Mieten. Man hofft, Synergien mit anderen Mietern nützen zu können. Im besten Fall würde sich "eine Stadt am Rande der Stadt" entwickeln, sagt Andreas Piffl von der BOE Bauobjekt-Entwicklung, die den Campus 21 im Süden Wiens betreibt.

Civitas Nova

Ein anderes Beispiel findet sich in Wiener Neustadt: Civitas Nova. Hier wollte man nicht nur ein Wertschöpfungszentrum vor den Toren der Stadt errichten. Deshalb ist auf dem Areal genug Platz für Betriebsgründe, aber auch für Freizeiteinrichtungen. In anderen Fällen werden nur Büro- und Gewerbeflächen vermietet. Der Bedarf an multifunktionalen Immobilien, wie auch immer sie gestaltet sein mögen, würde jedenfalls steigen, sagen Experten. Wichtig sei eine günstige Verkehrsanbindung, betont Piffl. Der Campus 21 etwa liegt an den Schnittstellen von A 21 und A 2.

Eine weitere Überlegung beim Bau von Büro- und Geschäftskomplexen dürfte die Nähe zu den EU-Beitrittsländern sein. Mit Access Industrial Park in Gmünd entstand zum Beispiel der erste grenzüberschreitende Businesspark Österreich-Tschechien. Im übrigen Niederösterreich und im Burgenland gibt es nach jüngsten Zählungen 35 Parks, die offenbar die Nähe zu den Nachbarstaaten in Mittel- und Osteuropa suchen.

Unter Businesspark-Betreibern in Österreich wie z. B. der IG Immobilien, einer Tochter der Österreichischen Nationalbank, ist längst ein Verdrängungswettbewerb um Mieter im Gange. Experten meinen, Anbieter, die mehr als Büro- und Gewerbeflächen, also auch einen Freizeitbereich offerieren, werden die Nase vorn haben. (red, DER STANDARD Printausgabe 1.3.2003)

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