Nach 34 Jahren wieder Gaisberg-Rennen

28. Februar 2003, 21:22
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Als 1969 ein italienischer Rennfahrer dabei tödlich verunglückte, endete auch das historische Rennen auf den Hausberg Salzburgs

Salzburg - Vor 34 Jahren rasten zum letzten Mal Sportwagen auf die Spitze des Gaisbergs. Als 1969 ein italienischer Rennfahrer dabei tödlich verunglückte und im selben Jahr der Salzburg-Ring eröffnete, wurde das historische Rennen auf den Hausberg der Stadt Salzburg nicht mehr durchgeführt. Am 31. Mai 2003 dürfen die inzwischen zu Oldtimern gewordenen Flitzer wieder bergwärts starten: Der Salzburger Rallye Club hat ein "Gleichmäßigkeitsrennen" organisiert, an dem voraussichtlich 70 internationale Teams teilnehmen.

Revitalisierung

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit läuft die Organisation auf Hochtouren. Bis jetzt steht der Revitalisierung des Gaisberg-Rennens, das im Jahr 1929 ins Leben gerufen worden ist, auch "von Seiten der Behörden nichts im Wege", sagt der Präsident des Salzburger Rallye Clubs, Gert Pierer. In den vergangenen Jahren habe das Interesse an Oldtimer-Bewerben weltweit zugenommen, begründet Pierer, selbst eingefleischter Oldtimer-Fan, sein Engagement und nennt als Beispiele das "Monte-Carlo-Historique" und das "Klausen"-Rennen auf den Urner-Boden in der Schweiz.

Keine Freude

Der Veranstalter genießt das Wohlwollen der ressortzuständigen Politiker - die grundsätzliche Genehmigung wurde Pierer bereits mehrfach mündlich zugesagt -, obwohl Landesumweltanwalt Wolfgang Wiener "keine Freude mit dem Rennen hat". Der Gaisberg diene den Salzburgern als Naherholungsgebiet. Eine Motorsport-Veranstaltung mit all dem Lärm und Abgasen habe auf dem Berg nichts verloren, betonte Wiener.

Keine Einwände erheben dagegen die Grünen. "Das ist nur ein Nebenschauplatz und ein einmaliges Ereignis", so die Grüne LAbg. Heidi Reiter. Ihr liegt die Gestaltung der Gaisberg-Spitze und die Lösung des Verkehrsproblems viel mehr am Herzen.

Kein Geschwindigkeitswettbewerb

Die Stadt Salzburg und der Tourismus würden von dem Rennen profitieren, meint dazu Pierer, der hauptberuflich ärztlicher Leiter eines Privatkrankenhauses in Salzburg ist. Außerdem handle es sich nicht wie anno dazumal um einen Geschwindigkeitswettbewerb (der Streckenrekord liegt bei 3,40 Minuten, die Höchstgeschwindigkeit bei 160 km/h, Anm.). "Die Teilnehmer - einige davon waren bereits in den sechziger Jahren mit dabei - fahren ein Durchschnittstempo von 50 km/h. Jener Teilnehmer, der in beiden Durchgängen das Tempo, das er in der Messrunde erreicht hat, am konstantesten halten kann, gewinnt", erläuterte Pierer. Autos, die ein jüngeres Baujahr als 1969 aufweisen, dürfen nicht mehr starten.

Alfa, Riley, Bugatti, Bentley

Die technische Abnahme der Automobile - darunter klingende Namen wie Alfa, Riley, Bugatti, Bentley und andere -, die noch vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, findet am Donnerstag, 29. Mai, ab 14. 00 Uhr am Salzburger Residenzplatz statt. Am Freitag wird die Gaisberg-Straße erstmals von ca. 16.00 bis etwa 18.30 Uhr für zwei Trainingsläufe gesperrt.

Vorstart

Der Vorstart zum Gaisberg-Rennen beginnt am Samstag (31. Mai) um 9.00 Uhr im Minutentakt ebenfalls am Residenzplatz, richtig los geht es dann ab ca. 9.30 Uhr von der alten Brauerei Guggenthal aus. In der Mittagspause wird der Anrainerverkehr eine Stunde lang durchgelassen. Der dritte Lauf (Beginn 15.00 Uhr) endet etwa um 17.00 Uhr.

Nachtrennen am Vorplatz des Salzburg Airport

Unter die Highlights der insgesamt dreitägigen Veranstaltung reiht sich ein weiteres Rennen, das am Freitag ab 10.00 Uhr am Salzburg-Ring stattfinden wird. Am Programm steht auch ein Nachtrennen am Vorplatz des Salzburg Airport, das für Donnerstag zwischen 23.00 und 1.00 Uhr geplant ist. Dazu wird am Donnerstag ab 22.30 Uhr der Flughafen gesperrt. "Übernachten" dürfen die Oldtimers im fast fertig gestellten Red-Bull-Hanger.

Nennschluss ist der 15. März 2003. Das Startgeld beträgt 1.460 Euro inklusive Rahmenprogramm, Unterkunft und Begleitperson. (APA)

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