Öl nicht gleich Öl

28. Februar 2003, 19:21
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Wegen der unterschiedlichen Qualitäten wie dem Schwefelgehalt und der Aufschläge für den Transport (die Frachtraten der Tankerflotten) gibt es keinen weltweit einheitlichen und für alle verbindlichen Ölpreis. Die wichtigste globale Leitsorte und Benchmark ist Brent für Nordseeöl, derzeit kostet ein Fass (159 Liter) etwas weniger als 33 Dollar.

Die US-Rohölpreise liegen wegen der Kosten des Transports zum Terminal in Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma um derzeit vier Dollar darüber, Qualitätsunterschied gibt es aber praktisch keinen. Da aber in den USA gefördertes Öl per Gesetz nicht exportiert werden darf, hat die Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) global nur geringe Bedeutung. Dies, obwohl WTI das meistgehandelte Öl ist, weil die USA der mit Abstand größte Ölverbraucher der Welt ist.

Rein fiktiv ist dagegen der so genannte Opec-Korbpreis, er liegt derzeit etwas unter dem Preis für Brent. Er stellt einen Mischpreis aus verschiedenen Sorten dar, die die elf Kartellmitglieder fördern, real gehandelt werden nur die einzelnen Sorten. Der Mischpreis ist aber die Grundlage für die Opec-Preispolitik: Angestrebt wird ein Preis von 22 bis 28 Dollar. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2003)

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