Dopingmittel: Medinziner handelte in Wiener Fitness-Center

19. November 2008, 14:14
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St.-Anna-Kinderspitalschef über Mitarbeiter schockiert: Bei uns wurden genaue Aufzeichnungen gemacht - kein einziges Präparat ist abhandengekommen

Wien - "Ich bin schockiert und betroffen, was da passiert", sagte der Ärztliche Direktor des St. Anna Kinderspitals, Helmut Gadner nach der Beurlaubung eines Kinderkrebsarztes und Hobby-Triathleten Andreas Z. Der Mediziner steht im Verdacht, in einem Wiener Fitness-Center das Blutdopingmittel EPO verkauft zu haben. Gadner hofft, dass es für das renommierte Spital keinen Imageschaden gibt.

Deshalb habe man schnell reagiert und den Mediziner dienstfrei gestellt. Im St. Anna Kinderspital wurde Erythropoietin (EPO) angewendet. "Es gibt Patienten, die EPO brauchen", sagte Gadner. Zudem habe man vor 15 Jahren mit dem Medikament klinische Anwendungsstudien - insgesamt drei - begonnen, in die auch der beschuldigte Mediziner zum Teil involviert war. "Wir haben aber bei Kindern keinen Erfolg gesehen", sagte der Klinikleiter.

EPO sei zweifelsfrei eine Indikation, aber nicht für Kinder, meinte Gadner. In den vergangenen drei Jahren wurde im St. Anna Kinderspital drei Patienten EPO verabreicht, die es spezifisch gebraucht hätten. Sowohl hier als auch bei den drei bereits abgeschlossenen Studien wurden genaue Aufzeichnungen gemacht. "Es ist hier nicht ein Präparat abhandengekommen", sagte Gadner.

"Ich hoffe, dass es zu einer schnellen Aufklärung kommt", sagte der Klinikleiter. Die Vorwürfe beziehen sich auf Freizeitaktivitäten des Mediziners und stehen nicht im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit im St. Anna Kinderspital. Der Mediziner habe so gearbeitet, wie "ich mir das von einem Mitarbeiter erwartet habe", erklärte Gadner.

Große Sorge über einen Imageschaden äußerte auch der Wissenschaftliche Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung, Heinrich Kovar: "Wir sind von Spenden abhängig. Wir wären dankbar, dass in den Medien klargestellt wird, dass das St. Anna Kinderspital bei den Vorwürfen keine Rolle spielt." (APA)

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