"Rebell" Schmid wartet für HV-Antrag bis Dezember

19. November 2008, 13:57
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Ex-Werbeunternehmer schart weitere Kleinaktionäre um sich - Gespannt auf Lufthansa-Konzept und Offert für Streubesitz - "Wollen nicht Krieg führen"

Wien - Hans Schmid, einst Werbeunternehmer und heute unter anderem Großinvestor bei Austrian Airlines (AUA), will noch rund 14 Tage zuwarten, bis er und seine Mitinvestoren endgültig entscheiden werden, ob rund um das "Verschenken" der staatlichen Anteile an der AUA eine Sonder-HV einberufen und eine Sonderprüfung beantragt wird. Die Lufthansa als voraussichtlicher neuer Eigentümer wird sich jedenfalls mit dieser Gruppe auseinanderzusetzen haben.

Mit seinen direkt gehaltenen Anteilen, Aktien über seine Stiftung und Paketen von Familienmitgliedern hat Schmid nach eigenen Angaben 4,14 Prozent AUA-Aktien. Weitere mehr als 5 Prozent von einem Schweizer Investor könnten bei Bedarf gepoolt werden, und laufend würden ihm weitere Aktien von AUA-Privataktionären zur Vertretung angeboten. Gestern, Dienstag, habe es eine Besprechung gegeben. Man kam überein, erst nach Vorliegen aller Details durch die Lufthansa und nach aktienrechtlichen Beschlüssen auch der ÖIAG - also nach dem 3. Dezember (Lufthansa-Aufsichtsrat) bzw. dem 5. Dezember (ÖIAG-Aufsichtsrat) - zu entscheiden, sagte Schmid am Mittwoch. "Wir warten jetzt einmal die nächsten 14 Tage ab."

Schmid und seine Verbündeten warten nun gespannt, ob, wann und in welcher Form die Lufthansa ein Übernahmeangebot für den AUA-Streubesitz legen will. "Ich denke, sie werden 100 Prozent haben wollen, dann kann man alle Sanierungsschritte setzen." Ohne der ständigen Gefahr von Schadenersatzklagen unzufriedener Kleinaktionäre ausgesetzt zu sein.

Für sein Aktienpaket wollen Schmid und seine Mitstreiter einen "fairen Preis", ein "vernünftiges Angebot". Wie hoch das sein muss, und welche Schritte er dann konkret zu setzen gedenkt, sagt er heute nicht. "Wir haben da unsere Vorstellungen." Unterlässt die Lufthansa vorerst ein Übernahmeangebot für den Streubesitz, "bleiben wir halt drinnen". Damit hätte man kein Problem. "Wir wollen keinen Krieg führen", versicherte der Investor am Mittwoch.

Sobald eine Aktionärsgruppe 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt, kann sie eine außerordentliche Hauptversammlung zu kritischen Themen einberufen. (APA)

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