SAP erhöht Gebühren - Heimische Firmen steigen auf die Barrikaden

19. November 2008, 16:07
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Neues Support-Modell sorgt für Kostensteigerungen von bis zu 30 Prozent - Unternehmen: "Wir sind verärgert", dass "ein Partner so vorgeht"

Die Erhöhung der Wartungsgebühren durch das Software-Unternehmen SAP hat bei Kunden zu großer Verärgerung geführt. Im Sommer dieses Jahres präsentierte der Konzern ein neues Support-Modell (Enterprise Support), welches für Kostensteigerungen für Kunden sorgt. Geht es nach SAP, sollen bis zu 30 Prozent mehr bezahlt werden.

Kein Mehrwert erkennbar

Diese Erhöhung rief Unmut bei zahlreichen heimischen SAP-Kunden hervor. In einem offenen Brief an den Konzern machen sie ihrem Unmut Luft. "Wir sind verärgert", dass "ein Partner so vorgeht", heißt es darin. Die Firmen erkennen keinen "Mehrwert" und lehnen das "neue Support-Modell in seiner jetzigen Form ab". Auch sei es nicht auf „die Bedürfnisse der Kunden in Österreich zugeschnitten."

Alternativen

Die Unternehmen, darunter die Mobilkom, AT&S, Mediaprint, OMV, Spar und Palfinger, fordern SAP auf, das neue "verpflichtende Modell zurück zu nehmen". SAP könnte den Unmut der Firmen zu spüren bekommen. In den Brief wird betont, dass "in vielen Unternehmen" bereits "SAP-Projekte gestoppt und Alternativen von Wettbewerbern geprüft" werden.

"Mit Sicherheit keine versteckte Preiserhöhung"

Benno F. Weißmann, Managing Director von SAP Österreich, reagierte auf die Veröffentlichung des Briefes mit einer Stellungnahme. Darin betont er, dass das neue Support-Modell "mit Sicherheit keine versteckte Preiserhöhung" sei. Man biete nun einen "wesentlich größeren Leistungsumfang als das frühere Modell" an und komme damit "den Kundenwunsch nach mehr Qualität" nach. "Damit verbunden passen wir die Wartungspreise - erstmalig seit Jahren - stufenweise über einen Zeitraum von 4 Jahren von 17 auf 22 Prozent an."

Zusätzlich betont er, dass "SAP Österreich wie bisher jederzeit für konstruktives Feedback seiner Kunden offen" ist. (sum)

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