Schadstoffe in Lebkuchen

19. November 2008, 11:44
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Laut "Konsument"-Test sind die Leckereien in heimischen Regalen großteils unbedenklich - Drei Produkte überschreiten jedoch den deutschen Acrylamid-Signalwert - Hersteller kritisiert Messmethodik

Wien - Lebkuchen gehört wie Kekse oder Christstollen untrennbar zur Weihnachtszeit. Ob man das Gebäck auch unbeschwert genießen kann, untersuchte das Testmagazin "Konsument" bei 20 Produkten. Der Cumarin-Gehalt ist bei nahezu allen Produkten sehr niedrig. Beim Acrylamidgehalt überschreiten drei Lebkuchenprodukte den deutschen Signalwert jedoch deutlich.

Im Tierversuch erbgutverändernd

Lebkuchen kann sehr hohe Mengen an Acrylamid enthalten. Da Acrylamid im Tierversuch krebserregend und erbgutverändernd ist, aber wegen fehlender Daten noch kein Grenzwert festgelegt werden konnte, raten die "Konsument"-Experten, so wenig wie möglich davon zu sich zu nehmen. In Deutschland bietet ein Signalwert Orientierung. Insgesamt brachte die Untersuchung auf Acrylamid großteils erfreuliche Ergebnisse. Drei Produkte im Test überschreiten jedoch den Signalwert von 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm. Auch eine große Schwankungsbreite wurde dabei deutlich: Das am stärksten belastete Produkt (Manner Knöpfe) enthält 43 Mal so viel Acrylamid wie das am geringsten belastete Erzeugnis (Weiss Gefüllte Herzen).

Der Lebkuchenhersteller Kastner äußerte sich in einer Stellungnahme kritisch zum Test des VKI: "In dem Artikel des Magazins "Konsument" werden keine wissenschaftlich fundierten Kriterien zur Beurteilung von heimischen Produkten herangezogen und auf eine Produktkategorie angewendet, die nur saisonal und in sehr begrenzter Mengen von den Konsumenten genossen wird." Für Geschäftsführer Franz Weglehner ist der Test "ein PR-Gag des VKI". Der Grund für die Reaktion des Lebkuchenherstellers: Die vom VKI gemessenen und beanstandeten Acrylamidwerte in Kastners Lebkuchen in den Sorten Honig Lebkuchen und Früchte Lebkuchen weisen einen Wert von 1.100 bzw. 1.200 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm aus und wurden vom VKI als "nicht zufriedenstellend" beurteilt. Worauf sich diese Beurteilung stützt, sei laut dem Hersteller nicht angegeben worden.

Cumarinwerte erfreulich

Erfreuliche Ergebnisse gibt es allerdings beim Cumaringehalt. Bei fast allen Lebkuchen im Test fällt dieser sehr niedrig aus und gibt keinen Anlass zu Kritik. Das potenziell leberschädigende Cumarin ist in Zimt enthalten, das zum Würzen von Lebkuchen verwendet wird.

Nährwertangaben beachten

Ein Blick auf die Packungsaufschriften zeigt: Die Bezeichnung "Diätlinie" sagt nichts über den Kaloriengehalt eines Produktes aus. Der Weiss Diätlinie Lebkuchen liefert mehr Kalorien als der herkömmliche Weiss Lebkuchen. "Wer auf sein Gewicht achten will, liest daher lieber die Nährwertangaben genau", rät "Konsument"-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. Geschmacklich konnten sowohl teure als auch preiswerte Lebkuchen überzeugen. (red)

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    In drei von 20 Proben wurden hohe Acrylamid-Werte gefunden

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