Weniger Bio, mehr Sonderangebote

19. November 2008, 14:52
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Schnäppchenangebote, günstige Eigenmarken und Diskonter: Mit der Finanzkrise wird Geiz auch bei Lebensmitteln wieder geil

Wien - Die ÖsterreicherInnen kaufen weniger Bio, nutzen verstärkt Discounter und meiden unnötige Besuche in Supermärkten. Bereits in den vergangenen Monaten haben die Preissteigerungen das Konsumverhalten der Bevölkerung im Alltag laut Beobachtungen des GfK-Instituts deutlich verändert. Die Auswirkungen der Finanzkrise sind noch nicht absehbar, dürften die Situation allerdings verschärft haben.

Bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei die Menge der gekauften Waren für den täglichen Gebrauch wegen Preissteigerungen merkbar zurückgegangen, sagte Marktforscher Marcus Jurman. "Hier glaube ich, dass die Leute sich noch mehr einschränken werden", lautete seine Prognose für die Folgen der Finanzkrise.

"Fast nichts mehr"

Gespart wurde in den vergangenen Monaten vor allem im Non-Food-Bereich. Um mehr Geld für Nahrungsmittel zu haben, wurden von vielen weniger Wasch- und Putzmittel eingekauft. Die Gruppe, die sich laut eigener Einschätzungen "fast nichts mehr" leisten kann, mache derzeit etwa 21 Prozent aus - Tendenz steigend.

Das GfK-Institut hat die Reaktion auf Preisänderungen der privaten Konsumenten anhand einer ausgewählten Versuchsgruppe gemessen, die alle Einkäufe dokumentieren musste. Die Bevölkerung Österreichs hat demnach vor allem versucht, weniger oder anders einzukaufen. "Die Neigung bzw. Bereitschaft mehr für Bioprodukte auszugeben ist gesunken", so Jurmann.

Stattdessen wird wieder stärker zu konventionellen Anbietern gegriffen. Gestiegen ist auch die Nachfrage nach günstigen Eigenmarken von Supermärkten und Schnäppchenangeboten. In beiden Segmenten haben die Marktanteile zugenommen. (APA)

 

 

  • Die ÖsterreicherInnen kaufen verstärkt in Discountern ein - für Bio-Produkte bleibt kein Geld
    foto: freuters/stephen hird

    Die ÖsterreicherInnen kaufen verstärkt in Discountern ein - für Bio-Produkte bleibt kein Geld

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