
Mit dem Kussverbot will der Direktor die SchülerInnen vor "negativen Folgewirkungen" schützen"

Die SchülerInnenvertretung will sich die Freiheit nicht nehmen lassen.
Gunskirchen - Wildes Knutschen verboten - an der Hauptschule (HS) im oberösterreichischen Gunskirchen ist ab sofort Schluss mit intensiven Mund-zu-Mund-Küssen. Nur noch Bussis auf die Wange gehen in Ordnung. In einem Brief informierte Direktor Siegfried Biermair die Eltern darüber, worauf einige Eltern nur verständnislos den Kopf geschüttelt haben sollen. Denn auch an anderen Schulen gehören küssende Teenager zum Schulalltag, jedoch "mit einem Unterschied" , wie Bezirksschulinspektor Franz Heilinger dem Standard erklärte.
Eine Schülerin der HS Gunskirchen hatte sich beschwert, weil sie von einem ungeliebten Jüngling zum Knutschen genötigt worden sei. Im Schulforum, in dem Lehrer und Eltern sitzen, wurde dieser Zwischenfall thematisiert. Erstens hätten derartige Intimitäten an der Schule nichts verloren und zweitens können, wie bereits passiert, Grenzen der Zumutbarkeit überschritten werden. So beschloss das Schulforum einstimmig, dass in allen Klassen mit den Schülern über persönliche Grenzen diskutiert werden solle, erläutert Heilinger.
Zudem gab es noch besagten Elternbrief von Direktor Biermair, in dem er bat, auf die Kinder einzuwirken, damit diese Vorgänge abgestellt würden. "Diese zum Teil lang anhaltenden Küsse auf den Mund haben nichts mit Begrüßen und Verabschieden zu tun und sind daher in der Schule zu unterlassen" , schließt sich auch der Bezirksschulinspektor der Meinung der Schulleitung an. Man wolle sich auch nicht eines Tages mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, nichts unternommen zu haben, sollte es zu einem ernsteren Zwischenfall kommen, hatte Biermair noch als Begründung angeführt.
Die Linzer Vorsitzende der "Aktion Kritischer Schüler" , Vanessa Gaigg, bezeichnet das Kuss-Verbot als "lächerlich und vollkommen übertrieben" . Auch Psychologin Luise Hollerer hält von dem Verbot wenig. Es würde den Jugendlichen die Chance nehmen, Sozialverhalten auszutesten und Regeln zu lernen, sagte Hollerer, die im Berufsverband der österreichischen Psychologen für Pädagogik verantwortlich ist.
"Grundsätzlich sind mir zwar auch küssende Schüler lieber als prügelnde, aber Mitschüler zu bedrängen, das geht zu weit." Deshalb kann Heilinger das informelle Kuss-Verbot nachvollziehen. Informell deshalb, weil es (bisher) nicht in die Hausordnung aufgenommen wurde. Seit der 2001 geltenden Schulautonomie kann jede Schule individuell Verhaltenvereinbarungen treffen, die das Schulforum beschließen muss. Im Wesentlichen soll eine derartige Hausordnung Anleitung für einen respektvollen Umgang zwischen Lehrern und Schülern sein.
Keine Kuss-Orgien
Nicht bis in die Hausordnung, aber in sämtliche Schlagzeilen schaffte es das bereits imDezember 2006 an der Sporthauptschule Scheibbs in Niederösterreich diskutierte Kuss-Verbot. Damals hatte Direktor Andreas Handl die Lehrer dazu angewiesen, die Jugendlichen "in schüleradäquater Form" darauf hinzuweisen, dass Kuss-Orgien nicht in die Schule gehören. Herausgekommen ist letztendlich "eine mündliche Einigung aller Beteiligten darauf, dass man aufeinander Rücksicht nimmt und darauf achtet, dass keine zügellose Küsserei zustande kommt" , sagte Handl dem Standard.
Landesschulrat Hermann Helm erzählt, dass er sogar dazu aufgefordert worden sei, "gegen das Bussi, Bussi" ein Verbot auszusprechen. Was er nicht tat. "Das leben wir Erwachsenen ja vor. Warum soll ich das verbieten? Das ist Teil unserer Kultur" , sagt er. Weitere Anfragen oder Klagen in Sachen Küssen habe es beim Landesschulrat seit jenem Fall in Scheibbs keine mehr gegeben.
Das Kuss-Verbot an einerSchule in Oberösterreich sorgt für Aufregung. Die "Aktion Kritischer Schüler" hält es für "lächerlich" , dasSchulforum für "nötig" . An einer Schule in Scheibbs ist seit 2006 das Knutschen reglementiert.(Kerstin Scheller, Gudrun Springer, DER STANDARD-Printausgabe, 20. November 2008)
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kann dem anderen "verbieten" wann und wo es "erlaubt" sei, sich zu küssen. Nur in einer Diktatur liesse man sich so eine zwangsneurotische Verbotsregel gefallen. Und weil ständig die blöden Büro-Vergleiche kommen - ab 20 aufwärst haben es dann eh alle geschnallt, dass es gewisse "Anstandsregel" gibt, also die Moralaposteln können sich entspannt zurück legen weiterhin ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, also überlegen, wo man die Freiheit des Menschen noch mehr einschränken könnte.
Es gibt lt. Artikel: Einen einstimmigen Beschluss des Schulforums, dass in allen Klassen mit den Schülern über persönliche Grenzen diskutiert werden soll und einen Elternbrief mit der Bitte an die Eltern auf die Kinder einzuwirken, dass sie sich nicht gegenseitig abschlecken und vor allem nicht gegen den Willen einer Person (Anlassfall). Wo ist das Verbot?
Wer das schon unzumutbar findet - die Aufforderung Menschen nicht gegen deren Willen abzuknutschen - soll sich einweisen lassen. Zu seinen Schutz und zum Schutz der Umgebung.
Die Aussagen der stv. Schulleiterin der Hs. Gunskirchen sind hier nachzuhören:
http://www.youtube.com/watch?v=rPVyKNtHJag
Küssende können fast nur eine Störung für Ungeküsste sein.
Liebe Lehrer und Eltern: Habt euch doch öfter lieb!
Die Aussagen der stv. Schulleiterin der Hs. Gunskirchen sind hier nachzuhören:
http://www.youtube.com/watch?v=rPVyKNtHJag
Küssende können fast nur eine Störung für Ungeküsste sein.
Liebe Lehrer und Eltern: Habt euch doch öfter lieb!
Die öffentliche Aufmerksamkeit (hoffentl. Ächtung) haben diese Lehrer und Elternvertreter verdient.
Selten so eine offensichtliche Projektion des Frusts von Erwachsenen auf Kinder gesehen.
Wer selbst nicht in den Genuss von Küssen kommt, neidet dem Anderen das Glück.
Interview mit der stv. Schulleiterin gibt's hier:
http://www.youtube.com/watch?v=rPVyKNtHJag
Neid erklärt alles. Wenn ich mich darüber beschwere, dass ein Mitreisender im Reisezug seine Schuhe auszieht und seine Umgebung mit seinen Käsefüßen zwangsbeglückt, bin ich auch neidig auf die Schweißfüße. Wenn ein Nachbar um 2 Uhr morgens seine Stereoanlage auf volle Lautstärke dreht, bin ich neidig auf seine Stereoanlage und man muss davon ausgehen, dass ich selbst keine besitze, so wie ich kein Sexualleben haben kann, wenn ich es mühsam finde, wenn sich Leute in einem halben Meter Entfernung zu mir die Zungen in den Hals rammen. Der Unmut liegt gewiss nicht daran, dass manche Leute nicht wissen, wann wo welches Verhalten angebracht ist und was man nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe von anderen tun "muss".
Du vergleichst Küsse mit Schweißfüssen u. Lärmbelästigung.
Überhöhst die Bedeutung von Küssen mit in den Mund gerammten (!) Zungen. Dein gespaltenes Verhältnis zu Zärtlichkeit bedarf dringend einer psychotherapeutischen Aufarbeitung!
Und dass Pubertierende provozieren, sollte doch dem Dümmsten klar sein. Die Reaktion auf diese 'Provokation' entlarvt die frustrierten Reaktionäre!
Weiter küssen, Kinder!
Die nun getroffene (lächerlich überzogene) Entscheidung ist die öffentlich sichtbar gewordene Spitze des Eisbergs. Der generelle Skandal offenbart sich in der Zusammensetzung des Schulforums. Dort sitzen Schüler und Eltern, Punkt. In einem Schulforum das diesen Namen trägt, müssen auch die Schüler mit gleichem Stimmrecht vertreten sein. Einerseits senkt man das Wahlalter auf 16, hält Klassensprecherwahlen ab, aber Mitbestimmung dort wo Demokratie gelernt werden könnte wird vermieden. Diese Ignoranz jungen Leuten gegenüber ist abscheulich.
war damals die aussage der ("meiner") ahs-direktorin, als ein bei lehrern als kritisch und unlieb bekannter mitschüler klassensprecher wurde.
damals haben auch lehrer versucht, "unsymmetrische" paare (also z.b. guter schüler+schlechter schüler) auseinanderzubringen, gegebenenfalls durch dezentes abwerten der noten und/oder gesprächen mit den eltern...
das soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es manche lehrer gab, die themen rund um sex gemieden oder auch komplett ausgelassen haben - biologie 1. ahs war da recht "lehrreich, mehr als die überschrift im buch kam im unterricht nicht vor.
klingt alles lustig ? das waren die jahre 92-00, also keine 10 jahre her...
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