Novomatic mit Ergebnis "voll im Plan"

19. November 2008, 07:49
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Wohlfahrt: "Überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalausstattung" als Chance für künftige Akquisitionen

Las Vegas - Die globale Finanzkrise macht auch vor der Glücksspielindustrie nicht Halt. Weil sie in den USA ihren Ausgang genommen habe, sei sie hier in diesem Geschäftszweig ebenfalls besonders spürbar, sagte Novomatic-Generaldirektor Franz Wohlfahrt bei der Global Gaming Expo (G2E) in Las Vegas zur APA. Den Glücksspielkonzern mit Sitz in Gumpoldskirchen/NÖ sieht er mit dem Ergebnis für 2008 "voll im Plan".

Durch die Finanzkrise würden einerseits Expansionsfinanzierungen zunehmend schwieriger, andererseits die verfügbaren Einkommen für Freizeit und Unterhaltung geringer, so Wohlfahrt, der gleichzeitig auf die "überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalausstattung" der Novomatic verwies. Das Unternehmen sehe daher in der Krise auch die Chance, "was künftige Akquisitionen betrifft". Außerdem könnten Absatzrückgänge durch die duale Struktur des Konzerns - Hersteller von Glücksspielprodukten und Casino-Betreiber - aufgefangen werden.

"Absoluter Tiefstand"

Was die USA angehe, so hätten die Kurse börsennotierter Unternehmen in Nevada "den absoluten Tiefstand" erreicht, merkte der Novomatic-General im APA-Gespräch an. In den Casinos in Las Vegas seien die Besucherzahlen "signifikant rückgängig". Nicht zuletzt habe IGT als größter Produzent von Glücksspielautomaten in den USA kürzlich 500 Mitarbeiter abbauen müssen.

Zur Stärkung des Headquarters der Novomatic in Österreich "unabdingbar" sind für Wohlfahrt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Das heiße Beibehaltung des Körperschaftssteuersatzes, der Gruppenbesteuerung und eine strenge Reglementierung des Glücksspielmarktes. Die in Begutachtung befindliche Novelle zum Glücksspielgesetz "zielt in die richtige Richtung".

150 neue Arbeitsplätze

In den kommenden "zwei bis drei Jahren" erwartet der Konzern laut Wohlfahrt keine Steigerungen beim Ergebnis. Ein "wichtiger Pfeiler", um der Finanzkrise "mit innovativen Produkten aus Österreich gegenzusteuern und Arbeitsplätze im Inland abzusichern", sei das in Bau befindliche neue Werk für Forschung und Entwicklung in Gumpoldskirchen. Das 90 Mio. Euro-Projekt werde planmäßig bis Herbst 2009 fertiggestellt. Damit würden auch 150 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. (APA)

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