Vom Banker zum Lenker: John Key neuer Premier

19. November 2008, 06:39
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Ex-Investmentbanker als Neuseelands vereidigt - Premierministerin Clark nach neun Jahren zurückgetreten

Wellington - Der frühere Investmentbanker John Key ist am Mittwoch als neuer Regierungschef Neuseelands vereidigt worden. Generalgouverneur Anand Satyanand als Vertreter des Staatsoberhaupts, der britischen Königin Elizabeth II., vereidigte in Wellington den 47-jährigen Multimillionär sowie 27 Minister der neuen Regierungskoalition. Kurz zuvor hatte Premierministerin Helen Clark nach neun Jahren an der Regierungsspitze ihren Rücktritt eingereicht.

Von den 27 Ministern werden nur 19 dem Kabinett angehören, die übrigen sind Minister ohne Kabinettsrang. Keys Nationale Partei verfügt nur über 59 der 122 Parlamentssitze und war daher auf die Einbeziehung kleinerer Parteien in die Koalition angewiesen, die nun auch Ministerposten erhielten. Key sagte, seine Regierung stehe vor "gewaltigen Aufgaben", er sei jedoch "zuversichtlich", dafür die richtigen Minister ausgewählt zu haben.

Die 4,3 Millionen Einwohner Neuseelands bekommen bereits seit Monaten die Folgen einer Rezession zu spüren. Clarks Labour-Partei verlor die Wahl am 8. November und verfügt künftig nur noch über 43 Mandate. Key hatte im Wahlkampf Steuersenkungen und höhere Hilfen für Arbeitslose versprochen. Auch will er verstärkt in die Infrastruktur des Landes investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln.

In dem Kabinett von John Key ist erstmals die Partei der indigenen Minderheit mit zwei Ministern vertreten. Der Koalitionsvertrag zwischen Keys Nationaler Partei mit der Maori-Partei, der rechtsgerichteten Act Party und der zentristischen Vereinigten Zukunftspartei gibt der Maori-Partei die Ressorts für Maori-Fragen und für freiwillige Dienste.

Angehörige der Minderheit waren auch schon in früheren Kabinetten vertreten, für die Maori-Partei ist dies aber eine Premiere. Die Maori stellen einen Anteil von 15 Prozent an der Gesamtbevölkerung von 4,3 Millionen, sind in den sozial schwachen Gruppen aber überproportional vertreten.

(APA/AFP)

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