Leuchtender Pfad plant Anschläge bei APEC-Gipfel

18. November 2008, 19:54
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Staats- und Regierungschefs treffen am Wochenende in Lima zusammen

Lima - Maoistische Rebellen in Peru wollen den APEC-Gipfel der Pazifikanrainerstaaten in der Hauptstadt Lima am kommenden Wochenende nach Behördenangaben für neue Anschläge nutzen. Wie die Polizei am Dienstag unter Berufung auf sichergestellte Dokumente mitteilte, wollen wollen sie zeitgleich zum Gipfel vor allem Polizei- und Militäreinheiten in den Urwaldgebieten des südamerikanischen Landes angreifen.

Für Anschläge auf die schwer bewachten Gipfelteilnehmer fehle der Terrorgruppe Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) jedoch die Schlagkraft, hieß es. Die Staats- und Regierungschefs der 21 APEC-Länder, darunter auch US-Präsident George W. Bush, kommen am Samstag und Sonntag in Lima zusammen.

Dokumente

Unklar war, ob die Anschlagspläne durch die in einem Lager des Rebellen-Kommandanten Filomeno Cerrón alias "Artemio" gefundenen Dokumente hinfällig geworden sind. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass die Rebellen das Medieninteresse an dem Gipfel für ihre Sache nutzen wollten. Das APEC-Treffen sei ein "guter Zeitpunkt für Anschläge", hätten die Rebellen in den Dokumenten festgehalten.

Erst vergangenen Sonntag hatten mutmaßliche Sendero-Mitglieder drei Polizisten in einem Hinterhalt im Süden des Landes erschossen und einen vierten schwer verletzt. Im Vormonat waren insgesamt 15 Polizisten und Soldaten sowie zwei Zivilisten bei Überfällen der Rebellen in derselben Region getötet worden. Für den Schutz der Teilnehmer des Gipfels, das im Hauptquartier der Streitkräfte stattfindet, werden am kommenden Wochenende landesweit und in der Hauptstadt insgesamt 90.000 Polizisten aufgeboten.

Der "Leuchtende Pfad" hatte das Land vor 20 Jahren mit Anschlägen und Terror an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Etwa 70.000 Menschen starben während des zwei Jahrzehnte dauernden Konflikts, der erst mit der Festnahme der Rebellenführer in den 90er Jahren abflaute. Die sich nun wieder verstärkenden Angriffe haben nach Meinung des Sicherheitsexperten Gustavo Gorriti damit zu tun, dass das Militär bei einer Ende August begonnenen Offensive in Gegenden vorgestoßen sei, wo Reste des "Leuchtenden Pfades" gemeinsame Sache mit Drogenbanden machten. (APA/dpa)

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    Der Leuchtende Pfad soll Anschläge planen, Spezialeinheiten der Polizei trainieren für einen Einsatz beim Apec-Gipfel in Lima

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