Lage in kalifornischem Waldbrandgebiet entspannt sich

18. November 2008, 19:41
posten

Flammen wüten aber an vielen Stellen weiter - Lagerfeuer als Auslöser - starke Luftverschmutzung durch die Asche

Los Angeles - Die Lage in den kalifornischen Waldbrandgebieten begann sich allmählich zu entspannen. Ein klarer Himmel und ein ruhiger Wind verhalfen der Feuerwehr am Dienstag zu weiteren Erfolgen im Kampf gegen die Brände. Die meisten Evakuierungsanordnungen konnten aufgehoben werden. Die starke Luftverschmutzung durch die Asche hielt vorerst aber noch an. Viele Schulen im Großraum von Los Angeles blieben geschlossen.

Das verheerende Buschfeuer ist nach Angaben der Polizei durch ein Lagerfeuer ausgelöst worden. Die Ermittler hätten zehn junge Leute vernommen, die am Mittwoch voriger Woche auf einem verlassenen Grundstück ein Feuer gezündet hatten, berichtete die "Los Angeles Times" am Dienstagabend (Ortszeit). Sie hätten das Lagerfeuer am Ende des Abends gelöscht, gaben die Jugendlichen an. Die Behörden vermuten, dass die Asche weiter schwelte und die Umgebung am Donnerstag in Brand setzte.

Rund 1.000 Häuser wurden zerstört, 170 Quadratkilometer Wald und Busch ein Raub der Flammen. Die Behörden warnten trotz der Erfolge bei der Brandbekämpfung, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei und die Flammen an vielen Stellen weiter wüteten. Hundestaffeln suchten in den Überresten eines abgebrannten Wohnmobilparks weiter nach etwaigen Opfern. Vorerst wurden keine Leichen gefunden, allerdings wurden einige tote Haustiere entdeckt.

"Alles weg"

Viele Rückkehrer fanden nur noch Trümmer vor. "Alles weg", sagte der 82-jährige Ed Hurdle nach einer Fahrt durch das Gelände. "Das Auto ist weg. Das Haus ist weg. Es ist verdrehtes Metall. Es ist völlig verkohlt. Da gibt es keine Hoffnung mehr. Nichts." Joan Costa, deren Haus von den Flammen verschont bliebt, sagte beim Anblick zerstörter Häuser: "Es ist eine Katastrophe. Es sieht aus wie in Hiroshima."

Andere konnten ihr Glück kaum fassen, dass ausgerechnet ihr Haus noch stehen geblieben war. "Mein Haus ist in tollem Zustand. Es ist nur dreckig", sagte die 78-jährige Betty Glassman. "Es ist wie ein Traum. Zwickt mich."

Der künftige US-Präsident Barack Obama rief zu Hilfen für die Betroffenen auf. Ein entsprechender Appell wurde am Montag auf der Website veröffentlicht, auf der bisher für Wahlkampfspenden für den demokratischen Politiker geworben wurde. "Gemeinsame können wir den Opfern der Brände im Süden Kaliforniens helfen", hieß es in dem Text, in dem auch Obamas Wahlkampfslogan "Yes, we can" eingesetzt wurde. Ferner gab es Links zur Website des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger sowie zu Hilfsorganisationen, die Spenden für die Waldbrandopfer sammeln. (APA/AP)

 

Share if you care.