Ein Bürgermeister verständigt sich

18. November 2008, 18:38
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Michael Häupl vergibt Ehrungen für Migranten der ersten und zweiten Generation für Verdienste um Völkerverständigung und Integration

Der Trainer der türkischen Fußballnationalmannschaft, Fatih Terim, hat dann in allerletzter Minute leider doch abgesagt. So etwas schmerzt. Schließlich erreicht man mit Fußballern auch ein Publikum, das sich für andere wichtige Themen oft nicht einmal peripher begeistern lässt. Etwa für Ehrungen von Politikern.

Und wenn ein in Österreich erscheinendes, türkisches Magazin einen Wiener Bürgermeister für seine Verdienste um Völkerverständigung und Integration ehrt, dann wäre es diesem Bürgermeister natürlich recht, wenn das auch jene Mitbürger mitkriegen, die keine deutschsprachigen Medien lesen, sich für Politik mangels Mitsprachemöglichkeiten oft wenig interessieren - und in ihren Familien (noch) Autoritäten sind: Migranten der ersten und zweiten Generation etwa.

Aber weil es beim Preise-Annehmen nie nur um politische Taktik geht, freute sich Michael Häupl am Dienstagabend doch sehr, vom weltweit agierenden türkischen Zaman-Verlag geehrt zu werden. Der Preis wurde heuer bereits zum zweiten Mal in Österreich vergeben - und ging außer an den Bürgermeister auch an die Schwimmerin Mirna Jukic und das Phönix-Gymnasium in Wien Favoriten. 2007 hatte übrigens ÖVP-Urgestein Andreas Khol den Preis erhalten. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 19.11.2008)

  • Den Preis bekam Michael Häupl auch dafür, dass er mehrsprachig zur EURO willkommen geheißen hatte.

    Den Preis bekam Michael Häupl auch dafür, dass er mehrsprachig zur EURO willkommen geheißen hatte.

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