Ryanair greift AUA via EU an

18. November 2008, 17:48
9 Postings

Die Billigairline will den geplanten Schuldennachlass bei der AUA-Übernahme verhindern

Wien - Die irische Billigfluglinie Ryanair hat am Dienstag die EU-Kommission aufgefordert, die geplante Übernahme von AUA-Schulden durch die österreichische Regierung beim Verkauf der
AUA zu verbieten. Ryanair bezeichnete das Vorhaben nach Angaben der Nachrichtenagentur Dow Jones als "klare Verletzung" des europäischen Beihilferechts.

In gewohnt offener Sprache formulierte Ryanair, kein privater Investor würde 500 Mio. Euro dafür zahlen, sich von einer Beteiligung an einem "praktisch bankrotten Unternehmen" zu trennen. Österreich hält über die ÖIAG Staatsholding 41,6 Prozent an der AUA und will die Bedingung der Lufthansa - als einzigen übrig gebliebenen Bieter - erfüllen. Die Deutschen verlangen einen Schuldennachlass von 500 Mio. Euro durch den Staat.

Bei der geplanten AUA-Übernahme werden derzeit, wie berichtet, die letzten Details geklärt. Während die ÖIAG für ihren Anteil 0,10 Euro je Aktie bekommt, dürfen die institutionellen Anleger (Banken und Wiener Städtische) so wie der Streubesitz auf einen Durchschnittskurs der letzten sechs Monate rechnen. Am Dienstag notierten die AUA-Papiere bei drei Euro.

Die bankrotte Alitalia wird bis Dezember jeden sechsten Flug streichen. Von insgesamt 600 Alitalia-Flügen würden täglich 100 Flüge ausfallen, kündigte Alitalias Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi an. Er zog somit die Konsequenzen aus dem Protest der Belegschaft, die seit einer Woche den Flugbetrieb durch wilde Streiks und durch Dienst nach Vorschrift lahmlegt. (cr, DER STANDARD, Printausgabe, 19.11.2008)

Share if you care.