Reaktion: Mehr Absolventen nur mit höherem Budget möglich

18. November 2008, 15:52
1 Posting

Universitätenkonferenz: Unis mit "geregeltem Zugang" schneiden am besten ab - ÖH: Mehr Geld, mehr Durchlässigkeit

Wien - Die Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) sieht durch das schlechte Abschneiden der heimischen Unis im Ranking des Brüsseler Think Tanks "Lisbon council" seine Forderungen nach einer höheren Absolventenquote bestätigt. Dafür bedürfe es aber verbesserter Studienbedingungen und "besserer finanzieller Ausstattung der Universitäten", hieß es am Dienstag in einer Aussendung von uniko-Generalsekretär Heribert Wulz.

Studienplatzbeschränkungen "kontraproduktiv"

Wulz verwies auf eine Aussage der Studienautoren, wonach der Erfolg einer Universität von deren finanziellen Ressourcen abhänge. Die Koalitionsverhandlungen würden demnächst "zum Offenbarungseid führen, wie ernst es den Politikern mit der versprochenen Erhöhung der Mittel" sei. Wulz verwies außerdem darauf, dass "unter den untersuchten Ländern jene am besten abschneiden, deren Universitäten einen geregelten Zugang aufweisen".

Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, nannte in einer Aussendungen Studienplatzbeschränkungen "kontraproduktiv", auch in Zeiten von knappen Budgets und Ressourcenmangel. "Exzellenz und Eliten fallen nicht vom Himmel und die Notwendigkeit, breiteren Bevölkerungsschichten höhere Bildung zu ermöglichen ist evident", so Grünewald. Er betonte, dass das knapp vor der Nationalratswahl im Parlament beschlossene Konjunkturpaket Universitäten "ein Anliegen aller" werden müsse.

"Fehlende Ressourcen"

BZÖ-Wissenschaftssprecher Gernot Darmann führt die im internationalen Vergleich geringe Akademikerquote in Österreich darauf zurück, dass es in anderen Ländern mehr Ausbildungsprogramme auf Universitätsniveau gebe, "beispielsweise Kindergärtnerinnen". "Diese Studie bestätigt aber einmal mehr, dass die Studienbeiträge keinen Einfluss auf die Absolventenzahl hat", so Darmann.

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) macht ebenfalls "fehlende Ressourcen" für die schlechte Platzierung verantwortlich. Der Vorsitzende Samir Al-Mobayyed von der VP-nahen Aktionsgemeinschaft (AG) wiederholte seine Forderung, die Ausgaben für den tertiären Bildungssektor bereits bis 2010 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Er verlangte außerdem mehr Durchlässigkeit im österreichischen Bildungssystem, derzeit würden "viel zu viele potenzielle Studierende auf ihrem Weg zu einem Hochschulstudium durch mangelnde Qualität und schlechte Durchlässigkeit" behindert. (APA)

Share if you care.