ORF will nun 400 Mitarbeiter auslagern

18. November 2008, 14:23
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Wrabetz: "Aus heutiger Sicht" keine Veränderungen in ORF-Geschäftsführung

Von "harten und tabulosen Maßnahmen", die angesichts der aktuellen Finanzlage des ORF nötig sind, spricht ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im Interview mit der Programmzeitschrift "tv-media". Von den mehrfach angekündigten Ausgliederungen des Rundfunk-Symphonieorchesters (RSO), des Facility Managements sowie anderer Bereiche, die Teil der Strukturmaßnahmen sein sollen, werden rund 400 Mitarbeiter betroffen sein. "Es geht um 400 Mitarbeiter, die in neuen Strukturen am Markt arbeiten sollen", so Wrabetz wörtlich.

ORF-Sprecher Pius Strobl widerspricht Stiftungsräten, wonach der Personalstand im ORF-Konzern 2009 um nur zwei sinken soll. Strobl sieht 25 Jobs weniger - bei mehr als 4000. Er vergleicht offenbar nicht den nun erwarteten Ist-Stand 2008 der ständigen ORF-Vollzeitjobs mit dem Plan 2009. Das sind heuer 4241 ständige Vollzeitjobs und 2009 4239. Also: minus zwei.

Personalaufstockungen sieht der Finanzplan 2009 hingegen bei den Tochterfirmen vor. So soll die Sendetechniktochter ORS zehn weitere Mitarbeiter erhalten, sollte die mit ihrem geplanten Engagement in Osteuropa zum Zug kommen. Weitere Mitarbeiter gibt es für den Kundendienst und die ORF-Vermarktungstochter Enterprise.

Neubau günstiger als Sanierung

Der Wegzug vom Küniglberg ist übrigens trotz schwieriger Finanzzeiten nicht vom Tisch: "Diese Entscheidungsfindung wird zügig vorangetrieben. Es ist aber bereits klar, dass ein Neubau günstiger ist als die umfassende Sanierung", wird Wrabetz in "tv-media" zitiert. Allerdings bleibe die Frage nach der Nachnutzung des Küniglbergs offen. "Hier suchen wir nach Lösungen."

Zurückhaltend äußerte sich Wrabetz zu den kursierenden Spekulationen über ein "Köpferollen" in der ORF-Geschäftsführung. "Aus heutiger Sicht" seien hier keine Veränderungen vorgesehen. "Die Verträge aller Direktoren laufen bis 2011. Im Rahmen eines Strukturkonzeptes bis 2013 stellt sich freilich die Frage, wie viele Direktoren man künftig haben will und welche Übergangsfristen man wählt." Zu den Spekulationen, dass an seinem eigenen Stuhl gesägt werde, meinte Wrabetz, dass diese Gerüchte "alle paar Monate" auftauchen. "Ich gehe davon aus, dass diese Spekulationen keine Grundlage haben." (APA/fid)

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