Scala-Start und Streikdrohungen: Das gehört schon fast zusammen

18. November 2008, 14:13
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Rund 60 Orchester- und 40 Chormitglieder stellen Boykott-Rute ins Fenster

Rom - Nachdem Scala-Intendant Stephane Lissner bekundet hat, dass er mindestens bis 2013 das Mailänder Opernhaus führen wird, ist der Saisonbeginn einmal mehr durch einen Streik gefährdet. Rund 60 Orchester- und 40 Chormitglieder drohen mit dem Boykott der am 7. Dezember geplanten Saisonpremiere mit Verdis "Don Carlo" unter der Leitung von Daniele Gatti , berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Dienstag. Die Gewerkschaft Fials kritisiert die ihrer Ansicht nach unfaire Verteilung der Einnahmen durch den Verkauf von TV- und Radioübertragungsrechte für die Scala-Aufführungen. Die "Rebellen" halten auch die vom Opernhaus genehmigten Gehaltserhöhungen für unzulänglich, für die sich andere Gewerkschaften bereits ausgesprochen haben.

Obwohl nur ein Teil der 900 Mitarbeiter des Theaters den Protest der Gewerkschaft Fials unterstützt, könnte diese Minderheit mit ihrem Streik den Saisonstart verhindern. Dies würde für das Opernhaus neben dem Imageschaden fehlende Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro bedeuten.

Die Scala hatte am Samstag die Absage der drei letzten Vorstellungen von Franz Lehars "Die lustige Witwe" bekannt gegeben. Intendant Lissner, der seit 2005 die Scala führt und auch Musikchef der Wiener Festwochen ist, appellierte an die Einheit der Theatermitarbeiter: "Wir müssen geschlossen bleiben. Ohne Zusammenhalt hätten wir die Arbeit dieser letzten vier Jahre nicht schaffen können", so Lissner. (APA/red

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