Privatbrauerei Egger wächst deutlich über Markt

18. November 2008, 13:44
posten

Bierausstoß steigt heuer um zehn Prozent - Neues Einwegfass soll mehr Kunden im Ausland bringen - EURO-2008-Effekt enttäuschte

Wien - Im Gegensatz zum allgemein schrumpfenden österreichischen Biermarkt ist die niederösterreichische Privatbrauerei Egger heuer deutlich gewachsen. In den ersten drei Quartalen 2008 stieg der Bierausstoß um 9 Prozent auf 470.000 Hektoliter. Der österreichische Bierausstoß aller Brauereien (inklusive Export) sank laut Brauereiverband im selben Zeitraum um 2,9 Prozent; ohne Export wurde ein Plus von 1,5 Prozent erreicht.

Für das Gesamtjahr rechnet die nach der Salzburger Stieglbrauerei zweitgrößte Privatbrauerei Österreichs mit einem Bierausstoß von 630.000 Hektoliter, was einem Plus von 10 Prozent gegenüber 2007 entspricht. 10 Prozent des Ausstoßes gehen in den Export, etwa nach Ungarn, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Italien, Schweiz und seit heuer auch nach Griechenland.

Von den 630.000 Hektolitern Bierausstoß werden 55 Prozent unter der Marke Egger und 45 Prozent als Handelsmarken produziert. Unter der Marke Egger sollen 2008 voraussichtlich 350.000 Hektoliter im In- und Ausland verkauft werden, das wäre ein Plus von 12 Prozent gegenüber 2007, so Egger-Geschäftsführer Bernhard Prosser am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

60 Prozent des gesamten Absatzes der Privatbrauerei Egger entfallen auf Dosenbier (0,5 Liter und 0,33 Liter). In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 stieg der Absatz von Dosenbier um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr; in Österreich (inklusive Export) stieg der Anteil den Angaben zufolge hingegen nur um 4,1 Prozent. Mitverantwortlich dafür sei die im Frühjahr neu eingeführte schlanke Egger-Bierdose, so Prosser.

EURO 2008-Effekt

Bier in Mehrwegflaschen verzeichnete eine Steigerung um 3 Prozent. Der allgemeine österreichische Biermarkt (inklusive Export) ist in diesem Segment um 2,3 Prozent geschrumpft.

Ein weiterer Grund für die gestiegenen Absatzzahlen seien auch die Marketingaktivitäten rund um die Fußball-Europameisterschaft, wenngleich der "EURO 2008"-Effekt wie in der gesamten Branche schwächer als erwartet ausgefallen sei.

Als erste österreichische Brauerei bringt die Privatbrauerei Egger mit dem heutigen Tag ein 30-Liter-Einwegfass auf den Markt. Das Fass könne vollständig recycelt werden und sei deutlich leichter als das Stahlfass, was besonders für den Exportmarkt von Vorteil sei. Auch der oft teure Rücktransport entfalle, zudem müsse der Kunde kein Pfand bezahlen. Das Interesse am neuen Fass sei jetzt schon groß, mit der Auslieferung soll Anfang Dezember begonnen werden. Im ersten Jahr rechnet Prosser mit einem Absatz von 30.000 Fässern zu je 30 Litern.

Umsatzdaten in Euro gibt die Brauerei nicht bekannt. Das Unternehmen, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Besitz der Familie Egger steht und ihren Sitz in Unterradlberg/Niederösterreich hat, beschäftigt 60 Mitarbeiter. (APA)

Share if you care.