"Anti-Kärnten-Berichte": Resolution von BZÖ und ÖVP gegen den ORF

18. November 2008, 19:30
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ORF solle die "geschmacklosen Auftritte" von Grissemann und Stermann untersagen - ORF: "Polemische Zurufe mit Pauschalverurteilungen"

BZÖ und ÖVP halten in Kärnten das Thema ORF-Berichterstattung rund um den Unfalltod Jörg Haiders weiter am Köcheln. Am Dienstag beschlossen die beiden Parteien gegen die Stimmen der SPÖ in der Landesregierung eine Resolution, die sich gegen die "Anti-Kärnten-Berichterstattung" des ORF richtet.

In dieser Resolution wird weiter gegen die Kabarettisten Christoph Grissemann und Dirk Stermann Stimmung gemacht und vom ORF gefordert, "geschmacklose Auftritte" der beiden zu untersagen. Verlangt wird unter anderem auch, "dem Kärntner Volk ein Recht auf seine Tradition, seine Kultur und seine Sitten zu geben".

Nur ORF Kärnten super

Ausdrücklich ausgenommen von der Kritik wird der ORF Kärnten. Dieser habe "die Trauer in Kärnten mitgetragen und sehr andachtsvoll transportiert". Daher wird auch gleich gefordert, "dafür Sorge zu tragen, das ORF Landesstudio Kärnten mitsamt seiner Mitarbeiter in vollem Umfang zu erhalten".

Die Tatsache, dass die SPÖ-Regierungsmitglieder die Resolution nicht mittragen wollten, bewertete der neu gewählte BZÖ-Obmann Uwe Scheuch in einer Aussendung als "skandalöse Entgleisung". SPÖ-Chef Rohr stelle die Parteipolitik vor die Interessen des Landes, entrüstete sich Scheuch.

Grüne kritisieren ÖVP

"Jetzt hat also auch noch die ÖVP in den unappetitlichen Chor derer eingestimmt, die die Freiheit der Kunst zugunsten des vermeintlich gesunden Volksempfindens beschnitten sehen wollen", meint der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, in einer Aussendung. Und: "Das BZÖ vereinnahmt ganz Kärntnen mit ihrer Kunstfeindlichkeit."

Der ORF reagiert auf die Empörung in gewohnter Manier gelassen: "Zu polemischen Zurufen mit Pauschalverurteilungen von außen nehmen wir keine Stellung", so ORF-Kommunikationschef Pius Strobl. "Beruhigend für uns ist, dass die einen uns für die Berichterstattungen im gegenständlichen Fall kritisieren, die anderen in höchsten Tönen loben. Das ergibt für uns ein durchaus zufriedenstellendes Gesamtbild", sagte Strobl. (APA/red)

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