voestalpine: Anaylsten erwarten Rekordquartal

18. November 2008, 13:43
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Wien - Analysten erwarten für die übermorgen, Donnerstag, anstehenden Halbjahreszahlen des heimischen Stahlkonzerns voestalpine deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Aufgrund der Akquisition von Böhler-Uddeholm und der damit verbundenen Kaufpreisallokation könnten die Zahlen jedoch nicht mit den Ergebnissen der Vorjahresperiode verglichen werden.

Die Spezialisten der Erste Group, UniCredit und Raiffeisen Centrobank (RCB) erwarten für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2008/09 (per Ende September) im Durchschnitt einen Umsatz von 6,46 Mrd. Euro - nach 4,75 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode. Das Ergebnis nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird bei 1,13 Mrd. Euro gesehen. Im ersten Halbjahr 2007/08 betrug dieser Wert 904,7 Mio. Euro.

Beim Betriebsergebnis (Ebit) rechnen die Analysten mit 750 nach 612,4 Mio. Euro im Vorjahr. Unter dem Strich sollen beim Nettogewinn nach Minderheiten laut der Konsensusprognose 457 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Von April bis September 2007 wurden beim Nettogewinn 434,4 Mio. Euro erzielt.

Nachdem die ersten drei Monate 2008/09 neue Höchstwerte bei Umsatz und Ergebnis einbrachten, dürfte das zweite Quartal laut Erste Group-Experte Franz Hörl erneut ein Rekordquartal in der Firmengeschichte werden. Dies werde aber wahrscheinlich auch die Wende sein, denn das konjunkturelle Umfeld sei deutlich schwieriger geworden. Die voestalpine könnte eine sinkende Nachfrage einiger Abnehmerindustrien zu spüren bekommen, so Hörl.

Rekordwerte erwartet

Die trotz des wirtschaftlichen Abschwungs erwarteten Rekordwerte beim Stahlkonzern könnten unter anderem an zwei Tatsachen festgemacht werden, erklärt der Erste-Group-Analyst. Erstens mache die voestalpine kein Geschäft am spot market, sondern nur Vertragsgeschäfte, die oft ein Vierteljahr oder mehr zurückliegen. Zweitens sei die Nachfrageseite in der Stahlindustrie auch im dritten Kalenderquartal nicht schlecht gewesen.

Auch RCB-Experte Klaus Küng erwartet ein Rekordquartal für die voestalpine. Die Frage sei, ob es im Orderbuch dramatische Veränderungen gebe und wie groß die Anzahl an Auftragsstornierungen sei, erklärt Küng. Dies passiere momentan allen in der Branche. Laut dem RCB-Analyst könnte die voestalpine rund 180.000 Tonnen Stahl aus dem Markt nehmen.

Die Halbjahreszahlen seien jedenfalls vom Nachfrageeinbruch in der Stahlindustrie noch nicht betroffen. Im Fokus stehe allerdings der Ausblick des Managements für das Gesamtjahr 2008/09, nachdem der weltgrößte Stahlriese ArcelorMittal trotz Rekordergebnissen im dritten Quartal seine Produktion um 35 Prozent bis Anfang 2009 drosseln wird. UniCredit-Analyst Alexander Hodosi hält es auch möglich, dass die voestalpine ihre Erwartungen für das Gesamtjahr wegen des schwierigen Umfelds zurückschrauben könnte.

Beim Ausblick für die kommenden Quartale sind sich die Analysten einig: Das Umfeld für die voestalpine wird schwieriger. Der einzige kurstreibende Faktor für die Aktie könnten sinkende Benchmarkpreise für Kohle und Energie sein. Ein Experte erklärt abschließend: "Die voestalpine wird später getroffen als viele Branchenkollegen, aber es wird sie treffen." (APA)

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