Piraten steuern mit Tanker Somalia an

18. November 2008, 11:55
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Öl um 100 Millionen Dollar an Bord - Derzeit kein Eingreifen geplant

Der von somalischen Piraten gekaperte Super-Tanker "Sirius Star" hat sich am Dienstag der somalischen Küste genähert. Die Seeräuber hatten den 330 Meter langen Tanker des saudischen Ölkonzerns Aramco am Samstag vor der kenianischen Küste gekapert. Es ist das bisher größte Schiff, das die ostafrikanischen Piraten in ihre Gewalt gebracht haben.

"Einige Leute sagen, sie hätten ein großes Schiff vor Eyl gesehen", sagte Andrew Mwangura vom Verband ostafrikanischer Seeleute (East African Seafarers' Association) am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Somalia. Das müsse der Supertanker sein. Eyl ist ein abgelegenes Küstendorf in der somalischen Region Puntland, von dem aus Piraten im Golf von Aden und im Indischen Ozean operieren.

Die Reederei Vela International, eine Tochter des saudiarabischen Konzerns Aramco, erklärte in einer Stellungnahme, die "Sirius Star" habe rund zwei Millionen Barrel Öl geladen, was einem Marktwert von rund 100 Millionen Dollar (79,0 Mio. Euro) entspricht. Sie war auf dem Weg in die USA, als sie von den Seeräubern aufgebracht wurde. Den 25 Besatzungsmitgliedern gehe es gut, man arbeite an der Freigabe des Schiffes. Die Besatzungsmitglieder der "Sirius Star" kommen aus Kroatien, Großbritannien, den Philippinen, Polen und Saudi-Arabien.

Kein Eingreifen geplant

Eine Sprecherin der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain sagte, die Marine beobachte die Bewegungen der Piraten, plane aber derzeit kein Eingreifen. "Wenn (das Schiff) dem Muster vorangegangener Angriffe folgt, erwarten wir, dass es vor der somalischen Küste vor Anker geht", sagte Jane Campbell. "Derzeit verfolgen wir die Spur des Tankers nicht mit einem Kriegsschiff."

Die Zahl der erfolgreichen Piratenüberfälle in der Region konnte nach Marine-Angaben durch verstärkte militärische und zivile Abwehrmaßnahmen von 53 Prozent im August auf 31 Prozent im Oktober verringert werden. Der Überfall auf die "Sirius Star" zeige jedoch, dass sich die somalischen Piraten auf die veränderte Lage einstellten und "immer gewagtere Angriffe" durchführten. (APA/dpa/AP/Reuters)

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