Senatsvorsitzende orten "universitäre Finanzkrise"

18. November 2008, 13:09
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Senatschefs: "Galoppierender Qualitätsverlust in Forschung und Lehre" - Budgetplan und Orientierung an internationalen Standards gefordert

Wien - "Hochgradig besorgt" über die künftige Budgetentwicklung der Universitäten zeigen sich die Senatsvorsitzenden der 21 österreichischen Unis. "Das letzte 'Times Higher Education Ranking' hat deutlich vor Augen geführt, wie schlecht es um die Finanzierung unserer Universitäten bestellt ist", meinte Gerhard Clemenz, Senatsvorsitzender der Uni Wien, am Montag in einer gemeinsamen Aussendung der Senatschefs anlässlich der laufenden Regierungsverhandlungen. Sie orten eine "universitäre Finanzkrise".

Novelle hätte Krise verschärft

In dem Ranking ist die Uni Wien als Bestplatzierte von Rang 85 auf 115, die Technische Universität Wien auf Platz 244 zurück gefallen. Für die Senatsvorsitzenden herrscht "ein galoppierender Qualitätsverlust in Forschung und Lehre und eine nicht mehr erträgliche Arbeitssituation des wissenschaftlichen Nachwuchses". Die am 24. September beschlossene Novelle zum Universitätsgesetz (UG) mit der deutlichen Ausweitung der Ausnahmebestimmungen für die Studiengebühren sowie der Lockerung der Zugangsbeschränkungen hätte diese "universitäre Finanzkrise" noch weiter verschärft.

"Konkurrieren um Schlusslicht"

Die Vorsitzenden der Senate fordern daher einen Budgetplan, "der Klarheit über die Bedeckung der entstehenden Kosten schafft". Dabei müsse von internationalen Vergleichszahlen, etwa hinsichtlich der Betreuungsrelationen, ausgegangen werden. "Wenn sich hier nicht rasch etwas tut, konkurrieren wir künftig nur mehr um das Schlusslicht", so Clemenz. (APA)

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