Abchasien wirft EU-Beobachtern Hilfe bei georgischer Provokation vor

17. November 2008, 19:40
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Tote und Verletzte bei Minenexplosion

Moskau - Im Kaukasus-Konflikt hat Abchasien den EU-Beobachtern vorgeworfen, Georgien bei "bewaffneten Provokationen" gegen die abtrünnige Region zu unterstützen. Demnach waren die EU-Beobachter beim jüngsten Schusswechsel am Wochenende im abchasisch-georgischen Grenzgebiet anwesend, als ein Georgier getötet wurde, wie Medien in Tiflis und Moskau berichteten.

"Der Zwischenfall ereignete sich auf abchasischem Gebiet. Dort hatten die EU-Beobachter nichts zu suchen", sagte Abchasiens Außenminister Sergej Schamba am Montag der Agentur Interfax. Der Sprecher der EU-Beobachter, Steve Bird, sagte hingegen laut Medien in Tiflis, die Schüsse seien auf georgischem Kerngebiet gefallen.

Schießbefehl

Die EU-Beobachter hatten mitgeteilt, dass am Samstag Schüsse in ihrer Nähe gefallen waren. Es sei jedoch unklar, ob die Abchasen gezielt auf die zivile Patrouille der EU geschossen hätten. Ein abchasischer Behördensprecher in der Region Gali wies darauf hin, dass es einen Schießbefehl gebe für den Fall, dass georgische Soldaten die Grenze übertreten. "Es ist klar, dass dann auch die EU-Beobachter in deren Begleitung mit unter Feuer geraten", sagte der Sprecher. In der Region herrscht drei Monate nach Ende des Krieges zwischen Georgien und Russland ein brüchiger Waffenstillstand. Russland hat die von Tiflis abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien als unabhängig anerkannt.

Bei einer Minenexplosion um Südossetien sind unterdessen mindestens zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Die Detonation habe sich am Montag in dem Dorf Plawi ereignet, als Experten die Mine entschärfen wollten, teilte das Innenministerium in Tiflis laut der Internetagentur Civil Georgia mit. Unter den Verletzten sei auch ein neun Jahre alter Bub, der dem Kommando aus Minenräumern und Polizisten bei der Arbeit zugesehen habe.

In dem Dorf in der Nähe der südossetischen Hauptstadt Zchinwali soll kurz vor dem Vorfall laut georgischen Angaben ein unbemanntes russisches Aufklärungsflugzeug abgestürzt sein. Das Innenministerium habe die Experten daraufhin in die Region geschickt. Von russischer Seite lag zunächst keine Reaktion vor. (APA/dpa)

 

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