Piraten kaperten Supertanker vor Ostafrika

17. November 2008, 19:37
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Die "Sirius Star" ist dreimal so groß wie ein amerikanischer Flugzeugträger und transportiert bis zu zwei Millionen Barrel Öl

Dubai - Piraten haben vor der Küste Ostafrikas einen voll beladenen saudi-arabischen Supertanker in ihre Gewalt gebracht. Ein Schiff dieser Größenordnung ist nie zuvor in diesen unsicheren Gewässern gekapert worden. Die "Sirius Star" sei dreimal so groß wie ein amerikanischer Flugzeugträger. Der Tanker transportiere bis zu zwei Millionen Barrel Öl im Wert von über 100 Millionen Dollar.

Die Ölpreise notierten wegen der Nachricht zeitweise im Plus. Den US-Angaben zufolge sind auf dem Tanker 25 Besatzungsmitglieder aus Kroatien, Großbritannien, den Philippinen, Polen und Saudi-Arabien. Das Schiff sei 450 nautische Meilen (gut 800 Kilometer) südöstlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa gekapert worden. Ursprüngliches Ziel des Tankers waren den Angaben zufolge die USA. Inzwischen haben die Seeräuber Kurs auf die somalische Küste genommen. Ihr Ziel ist wahrscheinlich Eyl in der halbautonomen Region Puntland im Norden Somalias. Die Stadt gilt als Hochburg der Piraten.

Die Route sollte am Kap der Guten Hoffnung vorbei nach Amerika führen. Dieser Weg wird meist von voll beladenen Supertankern gewählt. Betreiber des Schiffes ist die Reederei-Tochter des saudischen Ölkonzerns Aramco. Eine Meldung des Fernsehsenders Al-Arabija über eine Freilassung des Schiffes bestätigte sich nicht.

In den vielbefahrenen Gewässern vor dem Horn von Afrika treiben Piraten seit Monaten ihr Unwesen. Sie haben 2008 weit über 60 Schiffe gekapert und Millionenbeträge von den Reedern erpresst. Auch Hilfslieferungen in Notstandsgebiete bleiben dadurch auf der Strecke. Vor einigen Tagen einigten sich die EU-Außenminister darauf, gegen die Piraten vor der Küste Somalias militärisch vorzugehen. (APA/Reuters)

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