ÖBB spart bei Mav-Kauf nur zehn Millionen Euro

17. November 2008, 19:08
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Die ungarische Währung ist aufgrund von Finanz- und Wirtschaftskrise massiv unter Druck geraten und hat dramatisch an Wert verloren

Wien - Wenn ein ÖBB-Sprecher am Montag betonte, die Staatsbahn habe mit Währungsspekulationen auf ungarische Forint keinen Verlust gebaut, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Und ein Glück. Denn Fakt ist, dass die als Vorsorge für den Kauf der ungarischen Güterbahn Mav-Cargo im Laufe des Jahres von der ÖBB-Holding angehäuften Forint-Bestände den Mav-Kauf unnötig verteuern.

Der Grund: Die ungarische Währung ist aufgrund von Finanz- und Wirtschaftskrise massiv unter Druck geraten und hat dramatisch an Wert verloren. Kostete Mav-Cargo Anfang September umgerechnet noch rund 428 Millionen Euro, muss die ÖBB aktuell nur mehr 388 Millionen Euro aufbringen. Da der Kaufpreis in Höhe von 102,5 Milliarden Forint in ungarischer Währung zu zahlen ist, ergibt das für die ÖBB rein rechnerisch eine Ersparnis von 40 Millionen Euro - der Standard berichtete exklusiv.

Da die ÖBB ihre Forint-Bestände aber zu einem höheren Kurs kaufte - im Dunstkreis der ÖBB-Finanzabteilung ist von 30 Millionen Euro die Rede - bleiben von der angestrebten Ersparnis zehn Millionen Euro übrig. Die ÖBB-Finanzfachleute haben sich so letztlich mit einigem Risiko um risikolose Windfall-Profits gebracht. Voraussetzung: Der Forint bleibt bis zur Mav-Übernahme (das Ja aus Brüssel wird für 27. November erwartet, der Kaufpreis ist eine Woche später fällig) auf aktuellem Niveau und fällt nicht weiter. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2008)

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