EURO führte Gastro-Chef der Wiener Fanzone in die Insolvenz

17. November 2008, 18:19
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Durch Rückzahlung von Standmieten während der Fußball-EM zahlungsunfähig - 2,9 Mio. Euro Passiva gegenüber 1,4 Mio. Aktiva

Wien - Das Unternehmen des Gastro-Chefs der Wiener EM-Fanzone, Christian Chytil, ist zahlungsunfähig. Bei der Catering-Firma "Event & Gastro GmbH" stünden rund 2,9 Mio. Euro Passiva etwa 1,4 Mio. Aktiva gegenüber, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) in einer Aussendung mit. Am Montag sei am Wiener Handelsgericht ein Ausgleichsverfahren eröffnet worden. Chytil selbst macht für die problematische Lage des Unternehmens, bekannt als "Impacts", das schlechte EURO 2008-Geschäft und die Zuständigen der Stadt Wien verantwortlich.

Die insolvente "Impacts - Event & Gastro GmbH" hatte im Zuge der Fußball-EM die Generallizenz über die Gastronomiebetriebe in der Wiener Fanzone. Der wirtschaftliche Erfolg speziell während der EM sei deutlich unter den Erwartungen geblieben, so Chytil in einer Stellungnahme. "Faktum ist, dass die Fanzone nicht so positiv war für uns." Dies habe zu Liquiditäts-Engpässen und zur Anmeldung des Ausgleichsverfahrens geführt.

Wettergott und säumige Partner

"Neben dem Wettergott, der nicht ganz mitgespielt hat, hat uns leider auch der eine oder andere große und maßgebliche Partner nachträglich im Stich gelassen", betonte er. Durch Besucherausfälle bei gleichzeitig hohen Mieten machten die Wirte nach eigenen Angaben überwiegend Verluste und forderten die teilweise Rückerstattung der Mietkosten. Die Zahlung dieser sei bisher ein "rein privates Vergnügen" gewesen, da mit den Verantwortlichen der Stadt Wien vereinbarte Rückvergütungen bisher nicht geleistet wurden, so Chytil.

Laut KSV beschäftigt das betroffene Unternehmen derzeit 73 Dienstnehmer. Vom Ausgleichsverfahren sind rund 150 Gläubiger betroffen. Den unbesicherten Gläubigern bietet die "Event & Gastro GmbH" eine Ausgleichsquote von 40 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren an, hieß es.

Zusätzlich zu den Fanzonen-Verlusten hätten Investitionen rund um die Seefestspiele Mörbisch dazu geführt, dass das Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit eingestehen musste, so der KSV. Man beabsichtige nun, die organisatorischen und gesellschaftsrechtlichen Strukturen erheblich umzugestalten, um eine Weiterführung des Unternehmens in geänderter Form zu ermöglichen. In den kommenden Wochen werde überprüft, ob die Finanzierungsvoraussetzungen sowie die sonstigen Rahmenbedingungen für den angestrebten Ausgleich geschaffen werden können.

Chytil will ein endgültiges Aus der "Event & Gastro GmbH" jedenfalls verhindern: "Ich führe derzeit intensive Verhandlungen mit meiner Hausbank und mit Investoren, die den Neustart von Impacts ermöglichen sollen", betonte er. "Es gibt einen detaillierten, mit Experten entwickelten Business-Plan." Darin sei eine Konzentration auf "bewährte Kernkompetenzen" - Catering für Firmen, Großveranstaltungen und Konzerte - vorgesehen. Bekannt ist Impacts unter anderem als langjähriger Caterer im VIP-Bereich des Life Balls oder als Gastronom im Stadion von Red Bull Salzburg. (APA)

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