Finanztitel ziehen Börsen in den Keller

17. November 2008, 17:37
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Große Europäische Marktplätze erneut unter Druck

Es waren vor allem Finanztitel, die zu Beginn der neuen Handelswoche die europäischen Märkte trotz positiven Vorgabe aus Tokio unter großen Druck setzte. Die italienische Intesa SanPaolo gaben nach einem Bericht, dass sie Regierungshilfe in Anspruch nehmen könnten, 4,15 Prozent ab. Auch UniCredit wurde von La Repubblica als potenzieller Empfänger eines 15-Mrd.-Euro-Pakets genannt. Daraufhin verzeichnete die Bank-Austria-Mutter nach anfänglichen leichten Gewinne 4,62 Prozent Minus, obwohl die Bank sehr hohe Zustimmung ihrer Aktionäre zu ihrer geplanten drei Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung erhalten hatte.

An der Schweizer Börse brachen UBS um 15,63 Prozent ein und verzeichneten ein Rekordtief. Von einem Züricher Händler hieß es, die Aktien stünden wegen Untersuchungen der US-Steuerbehörden unter Druck. Zudem steige die Sorge, dass die Bank nicht in der Lage sei, die Mittelabflüsse einzudämmen. Stark unter Verkaufsdruck standen auch Aegon, BNP Paribas und Banco Santander mit Kursabschlägen von jeweils mehr als fünf Prozent.

Auch in den USAkamen aus dem Finanzsektor schon vorbörslich und im frühen Handel schlechte Nachrichten. Bei Citigroup und JPMorgan soll es massiven Stellenabbau geben, was Verluste bei beiden Werte brachte. Und obwohl vonGoldman Sachs die Meldung kam, dass deren Chefs im heurigen Jahr auf ihre Boni verzichten werden und die sieben Top-Manager mit ihrem Grundgehalt von"nur" je 600.000 Dollar bezahlt würden: Weitere Kursverluste konnte diese neue Bescheidenheit jedoch nicht verhindern.

Entgegen dem Trend waren inWien Erste Group gesucht, sie stiegen um über drei Prozent. Gewinne von mehr als 20 Prozent verbuchten die zu Penny-Stocks verkommenen Aktien von Immoeast und Immofinanz. Trotz dieser kleinen Lichtblicke verlor der ATX im internationalenGleichklang 2,91 Prozent.Auch überall sonst blinkten am späten Nachmittag die Zahlen rot auf den Schirmen:Minus 3,76 Prozent beimDax inFrankfurt, minus 2,56 Prozent beim FTSE-100 in London, und in New York verzeichnete der Dow Jones einen Verlust von 2,41 Prozent. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2008)

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