Kalter Kaffee

17. November 2008, 17:15
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Zeit, wieder einmal ein Loblied auf die Schatzis vom Ö1-Morgenjournal zu singen - Im TV hingegen spielte Furtwängler patschert

Zeit, wieder einmal ein Loblied auf die Schatzis vom Ö1-Morgenjournal zu singen: Die Koalitionsverhandlungen könne man mit „kaltem Kaffee am Montagmorgen" vergleichen, eröffnete Hubert Arnim-Elissen um sieben Uhr Früh: „Abgestanden und geschmacklos." Für dieses Musterbeispiel an kühler Wahrheit, gepackt in ein kulinarisches Radiosprachbild, war er zum Abbusseln.

Ebenso unaufgeregt legte Innenpolitikchef Hannes Aigelsreiter ein Scheit nach, indem er die Regierungsbildung als „jämmerliche Schmierenkomödie" bezeichnete. Dermaßen sachlich gefestigt, ist der seltsame Brauch in Ö1-Journalen, sich untereinander zu interviewen, damit großzügig entschuldigt.

Ach ja, Fernsehen war auch. Im "Tatort" am Sonntagabend davor ließ Maria Furtwängler keinen Zweifel aufkommen, wo in Gorleben Gut und Böse wohnen. Mutig, könnte man sagen, dass der "Tatort" ein brisantes Thema aufgreift. Spekulativ, trifft es eher: Nach den jüngsten Krawallen zwischen Demonstranten und Polizei kratzte der Krimi kleinlaut die Kurve und verortete die Problematik auf internationale Kriminalität und ein privates Eifersuchtsdrama.

Furtwängler spielte patschert, den Mörder erkannte man bald: Auffallend wachelte er mit der Zgiarette vor der Kamera. Im sauberen TV-Krimimilieu gibt sich der Bösewicht so zu erkennen. Lieber Radio hören. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 18.11.2008)

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