Zulieferer: "Kurzarbeit bis zur Grenze ausgereizt"

17. November 2008, 16:27
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WKÖ will Hilfe für Eigenmittel, Förderungen für Forschung und Entwicklung

Wien  - In der heimischen Zulieferindustrie befinden sich derzeit Zehntausende unfreiwillig "auf Urlaub", zu Kündigungen in der Stammmannschaft ist es bisher nur in Einzelfällen gekommen. "Das Instrument Kurzarbeit ist bis an die Grenze ausgereizt", sagt Walter Linszbauer, Geschäftsführer des WKÖ-Fachverbands Fahrzeugindustrie.

Um die Industrie, eine der erfolgreichsten Branchen der vergangenen Jahrzehnte, zu stützen, befürwortet die Kammer Maßnahmen, die bei der Stärkung des Eigenkapitals helfen oder Forschung und Innovation unterstützen. "Hilfen für die Kaufkraft stehen für uns nicht im Vordergrund, das verpufft. Die österreichische Auto-Zulieferindustrie ist vom Ausland abhängig - wenn die Nachfrage dort einbricht, haben auch die Lieferanten ein Problem", so Linszbauer am Montag zur APA.

Dass es bisher nur in Ausnahmefällen (Magna) zum Abbau von Stamm-Arbeitsplätzen gekommen ist, wertet der Fachverband als eigentlich gutes Zeichen, denn: Kurzarbeit kommt meist Hand in Hand mit befristeten Beschäftigungsgarantien - gäbe es keine Hoffnung auf Besserung in absehbarer Zeit, wäre schon mehr gekündigt worden.

In landesweit etwa 700 Betrieben, die in die Autoindustrie liefern, wird ein Produktionswert von geschätzten 23,5 Mrd. Euro hergestellt, 150.000 bis 200.000 Mitarbeiter leben von der Zulieferbranche Branche im weiteren Sinn. Im engeren Sinn gehören dem Fachverband der Fahrzeugindustrie 170 Betriebe mit 35.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 13 Mrd. Euro an. (APA)

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