Die Frau, die Internet-Betrügern 400.000 US-Dollar schickte

17. November 2008, 20:27
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Eine Krankenschwester aus Oregon ist auf den berüchtigten Nigeria- Spam hereingefallen - Ermittler: "schlimmster Fall von Internet-Betrug"

Jeder, der einen E-Mail-Account besitzt, hat wohl bereits ein E-Mail von der berüchtigten Nigeria-Connection erhalten. Dass Nutzer darauf hereinfallen, ist kaum zu glauben, aber es kommt immer wieder vor. Der Fall einer Krankenschwester aus Sweet Home, Oregon, ist einer der wohl schlimmsten Betrugsfälle. Insgesamt habe Janella Spears 400.000 US-Dollar an die Cyberbetrüger überwiesen, in der Hoffnung mehrere Millionen dafür zu erhalten, wie die britische Times berichtet.

Post von einem Regierungsmitglied

Der Nigeria-Scam lockt Nutzer immer auf ähnliche Weise. User erhalten E-Mails von einem verschollenen Verwandten, der 10 Millionen US-Dollar außer Landes schaffen möchte. Dazu müsse man ihm einen vergleichsweise geringen Betrag schicken und erhalte als Dankeschön einen Anteil der Gesamtsumme. In anderen Fällen wird aus dem Verwandten ein Regierungsmitglied eines vom Krieg gebeutelten Staats, mal ein Geschäftsmann. Einmal sind es 10 Millionen Dollar, einmal 20 Millionen. Doch immer geht es darum, die Opfer dazu zu bringen, Geld zu überweisen.

Gefälschte Urkunden

Der Trick ist mittlerweile so bekannt, dass selten jemand darauf hereinfällt, doch Janella Spears kannte ihn nicht und habe begonnen kleine Beträge an den vermeintlichen Verwandten zu schicken. Spears seien 20,5 Millionen Dollar versprochen worden, wenn sie ihrem verschollenen Verwandten J.B. Spears zunächst mit 100 Dollar aushelfe. Die Scammer hätten der Frau versichert, dass auch Präsident Bush und der FBI-Direktor auf ihre Hilfe angewiesen seien. Spears habe offiziell wirkende Dokumente und Zertifikate der Bank von Nigeria und der UNO bekommen, die ihr die Zahlung garantierten.

Post von Bush und FBI

Nachdem die Zahlung nach der ersten Überweisung nicht erfolgt seien, hätten ihr die Betrüger höhere Summen versprochen und im Gegenzug ebenfalls höhere Überweisungen gefordert. Trotz der fehlerhaften Texte habe Spears an den Deal geglaubt. Zweifel hätten die Betrüger aus dem Weg räumen können, indem sie Spears vermeintliche Briefe vom Präsidenten von Nigeria, dem FBI-Direktor und von Präsident Bush schickten. Das Geld würde an Terroristen gehen, wenn sie nicht aushelfe, habe im gefälschten Brief von Bush gestanden.

Warnungen ignoriert

Spears habe das Ruhestandskonto ihres Mannes aufgelöst, eine Hypothek auf das Haus und ihr Auto aufgenommen. Über zwei Jahre habe die US-Amerikanerin insgesamt über 400.000 Dollar überwiesen, in der Hoffnung doch noch die versprochene Zahlung zu erhalten. Selbst Warnungen ihrer Familie, der Exekutive und ihrer Bank habe sie ignoriert.

Teufelskreis

Es sei der schlimmste Fall von Scam-Betrug, die er je gesehen habe, so ein Undercover-Ermittler, der in dem Fall ermittelte. Die Opfer würden in einen Teufelskreis gezogen, aus dem sie nur schwer entkämen. Aus Gier und Verzweiflung, bereits schon so viel Geld verloren zu haben, würden sie immer mehr Geld überweisen. Janella Spears sei mit ihrer Geschichte nun an die Öffentlichkeit gegangen, um andere davor zu warnen. (red)

  • Janella Spears ist auf den berüchtigten Nigeria-Scam hereingefallen

    Janella Spears ist auf den berüchtigten Nigeria-Scam hereingefallen

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