"Jetzt sehr schnell passende Maßnahmen treffen"

17. November 2008, 16:17
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Elena Kirtcheva, Generalsekretärin des Vienna Economic Forum, über die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Osten und speziell auf Bulgarien - Ein Video-Interview

"Es ist möglich, dass die Ostländer die Finanzkrise meistern", mein Elena Kirtcheva, Generalsekretärin des Vienna Economic Forum. Dazu müssten die Regierungen nun so schnell wie möglich Hilfspakete ausarbeiten.

In Bulgarien, ihrem Herkunftsland, sei die Lage noch stabil und das Budgetdefizit gering. Hier zeige sich durch die Finanzkrise auch ein positiver Effekt: Zum ersten Mal gibt es mehr Beschäftigte im Land als solche, die das Land verlassen. "Ein Genesungsprozess, der die Krise begleitet", so Kirtcheva.

Die Juristin hat im kommunistischen Bulgarien als Lektorin an der Universität für Weltwirtschaft gearbeitet. Nach den ersten freien Wahlen im Jahr 1990 beteiligte sie sich als Vize-Präsidentin im Verfassungssausschuss wesentlich an einer neuen Verfassung des Landes. "Gott sei Dank ist diese Zeit vorbei", meint sie heute zur kommunistischen Ära, in der sie auch einmal "ungesunder politischer Äußerungen" beschuldigt wurde, weil sie neben der "einzig richtigen marxistisch-leninistischen Lehre" ihren Schülern auch andere Theorien vortrug.

Das Vienna Economic Forum setzt sich zum Ziel, die Investitionsmöglichkeiten in der Region von der Adria bis zum Schwarzen Meer zu popularisieren und zu fördern, um eine rasche Entwicklung als europäische Länder zu ermöglichen. Partnerländer des Forums sind: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowenien, Türkei und die Ukraine.

Die Fragen zum Video-Interview stellte Hans Rauscher:


Über ihren politischen Werdegang in Bulgarien.


Was ist das Vienna Economic Forum?


Über die Idee zur Gründung des Vienna Economic Forum.


Soll man jetzt nach der Bankenkrise noch in osteuropäische Länder investieren?


Über ihre Erfahrungen im kommunistischen Bulgarien.

(derStandard.at, 17.11.2008)

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