Österreichischer Übersetzter erhält hohe ungarische Auszeichnung

17. November 2008, 15:49
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György Buda bekam "Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn"

Wien - Der österreichische Übersetzer György Buda hat eine hohe Auszeichnung des Staates Ungarn erhalten. Der ungarische Botschafter Istvan Horvath überreichte dem 63-Jährigen am Montag in Wien das "Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn". Buda wurde 1992 durch seine Übersetzung des Buches "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" des späteren Literaturnobelpreisträgers Imre Kertesz bekannt. Der Verdienstorden gilt als höchste staatliche Auszeichnung Ungarns.

"Befreiungskünstler"

Zoltan Fonagy, Direktor des Collegium Hungaricum in Wien, würdigte Buda in seiner Laudatio als "herausragenden Vertreter jener 'Befreiungskünstler'", die die literarischen Werke der "Geheimsprache" Ungarisch einem ausländischen Publikum bekanntmachten. Besonders strich Fonagy den Einsatz des Übersetzers hervor, junge ungarische Autoren im deutschen Sprachraum bekanntzumachen. Für Buda sei der Erfolg der Literatur sogar wichtiger als sein eigener, lobte der Direktor des ungarischen Kulturinstituts die "großzügige Haltung" des Übersetzers.

Der 1945 im bayerischen Hutthurm geborene und in Ungarn, Österreich und Deutschland aufgewachsene Buda studierte ursprünglich Geologie und kam erst im Alter von über 40 Jahren zum Übersetzen. Neben Werken von Kertesz hat er unter anderem Texte von Peter Esterhazy, Lajos Parti Nagy, Laszlo Darvasi oder Otto Tolnai ins Deutsche übertragen.

Gleich zweimal, 1993 und 1997, wurde Buda für seine Arbeit der Übersetzerpreis der Stadt Wien zugesprochen. 2006 wurde er mit dem Preis des Bundeskanzleramtes für literarisches Übersetzen ausgezeichnet. Er unterrichtet Übersetzung und Konsekutivdolmetschen an der Universität Wien. (APA)

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