"Das passiert, wenn man nicht wählen geht"

17. November 2008, 15:21
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Die aktuelle Ausgabe der Monatszeitschrift "Yeni Nesil" geht mit den türkischstämmigen NichtwählerInnen hart ins Gericht

Ein Bild des Wahlabends am 28. September: Heinz-Christian Strache und Jörg Haider strecken triumphierend die Daumen nach oben. „Das kommt heraus, wenn man nicht wählen geht", textet die türkischsprachige Monatszeitung „Yeni Nesil" dazu.

Die Kritik hat ein klares Ziel: „Wir kritisieren unsere türkischen Mitbürger, die nicht wählen gegangen sind", eklärt Ergün Sert, Seite 1-Verantwortlicher der Zeitschrift, die monatlich mit einer Auflage von 20.000 Stück erscheint und in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland vertrieben wird. „Die Demokratie gibt uns diese Möglichkeit, also sollten wir sie nützen."

"Herzlich willkommen, liebe Türken"

Er kritisiere nicht den Wahlausgang selbst, betont Sert: „Dass zwei Parteien dreißig Prozent haben, ist ja in Ordnung." Dass es sich um Rechtsparteien handelt, sei jedoch „für die Integration gefährlich". Denn diese hätten in den letzten Jahren gezielt gegen TürkInnen gehetzt - „dabei sind wir schon seit vierzig Jahren hier. Und damals hat man uns auf dem Bahnhof feierlich empfangen und gesagt: Herzlich willkommen, liebe Türken."

Heute würden einige wenige „schwarze Schafe" der türkischen Bevölkerung medial aufgebauscht, „und die Rechnung bezahlen alle Türken." Darüber zu jammern, hält Sert aber für falsch: „Wären sie eben zur Wahl gegangen." (mas, derStandard.at, 17.11.2008)

 

  • "Das kommt heraus, wenn man nicht wählen geht": Aktuelles "Yeni Nesil"-Cover
    screenshot: www.yeninesil.at

    "Das kommt heraus, wenn man nicht wählen geht": Aktuelles "Yeni Nesil"-Cover

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