Der Fall Munk: Linz beteuert Interesse an Klärung

17. November 2008, 14:45
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"Hohes Interesse" an Klärung der Herkunft von Klimt-Werk

Linz - Erich Wolny, der Linzer Magistratsdirektor, kam der Bitte des Standard auf Rückruf nicht nach. Die Stadt Linz reagierte am Montag aber mit einer Presseaussendung zum Fall Aranka Munk. Man sei an einer Aufklärung interessiert.

Wie berichtet, konnte die Provenienzforscherin Sophie Lillie einen Zeitzeugen ausfindig machen, der eidesstattlich erklärt, das Bildnis Ria Munk von Gustav Klimt, das die Stadt Linz 1956 von NS-Kollaborateur Wolfgang Gurlitt angekauft hat, um 1942 in der Villa von Aranka Munk in Bad Aussee gesehen zu haben. Das Porträt hängt heute im Lentos Museum und dürfte rund 15 Millionen Euro wert sein. Die Erben nach Aranka Munk, die durch das NS-Regime starb, begehren das unvollendete Gemälde seit dem Sommer 2005 zurück. Bisher erfolglos.

Die Aussagen des Mannes seien neu, teilte die Linzer Stadtverwaltung mit. Eine eindeutige und ernsthafte Klärung der Provenienz liege „selbstverständlich im hohen Interesse der Stadt." Sobald die Faktenlage eindeutig sei, werde man über die weitere Vorgangsweise entscheiden. (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 11. 2008)

 

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