Citigroup streicht bis zu 53.000 Stellen

17. November 2008, 14:18
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Insgesamt würde die Belegschaft auf 300.000 Mitarbeiter schrumpfen, die Stellenstreichungen in den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres abgeschlossen sein

New York - Die tief in der Sog der Finanzkrise geratene US-Großbank Citigroup streicht weitere 53.000 Arbeitsplätze. Das teilte das Institut, das seit vier Quartalen rote Zahlen schreibt, am Montag auf seiner Homepage mit. Einschließlich des bereits angekündigten Abbaus von 22.000 Jobs und des Verkaufs von Unternehmensteilen verringert sich die Zahl der Stellen damit um 20 Prozent. Ende 2007 beschäftigte die Bank weltweit noch 375.000 Menschen.

Für Deutschland dürften die Auswirkungen des massiven Arbeitsplatzabbaus vergleichsweise gering sein. Ein Sprecher der Konzerntochter Citibank Privatkunden AG & Co verwies darauf, dass die US-Bank ihr deutsches Privatkundengeschäft mit 6.800 Mitarbeitern im Juli für knapp 5 Mrd. Euro an die französische Credit Mutuel verkauft habe. Die Transaktion soll Anfang Dezember abgeschlossen werden.

Allerdings ist die Citigroup in Deutschland weiterhin im Firmenkundengeschäft und im Investment Banking tätig. Außerdem steht das europäische Rechenzentrum der Gruppe in Frankfurt, das größte Rechenzentrum von Citi außerhalb der USA. Über die Auswirkungen des Stellenabbaus auf diese Geschäftsbereiche war zunächst keine Auskunft zu erhalten.

Details noch am Montag

Citi-Vorstandschef Vikram Pandit wollte die Beschäftigten noch am Montag über Details der neuerliche Sparrunde informieren. Die Bank teilte mit, zusätzlich zu dem Stellenabbau sollten die Kosten um etwa 20 Prozent gesenkt werden.

Verwaltungsratschef Winfried Bischoff hatte bereits bei einer Veranstaltung in Dubai am Montag gesagt, im Falle einer langanhaltenden Konjunkturflaute müssten Citi und andere Unternehmen die Zahl der Arbeitsplätze anpassen. Jobverluste dürfte es vor allem in der Finanzbranche geben. "Und sicherlich werden sie besonders deutlich in London und New York sein", sagte Bischoff. Zugleich schloss er gegenüber AP nicht aus, dass die Topmanager der Bank in diesem Jahr keine Bonuszahlungen erhalten könnten.

Die US-Großbank hatte von Juli bis September 2008 das vierte Quartal in Folge tiefrote Zahlen geschrieben. Die Bank hatte für das dritte Vierteljahr einen Verlust von 2,8 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) ausgewiesen, für zwölf Monate beläuft sich das Minus damit auf insgesamt 20,2 Mrd. Dollar. Auch im dritten Quartal waren milliardenschwere Abschreibungen notwendig geworden. (APA/AP)

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