Allen Warnungen zum Trotz steigt der Ausstoß von Treibhausgasen weiter

17. November 2008, 14:10
21 Postings

Scheinbarer Rückgang in der Bilanz auf Zusammenbruch der alten Industriestrukturen in Osteuropa zurückzuführen - Österreich weiterhin fernab aller Ziele

Bonn - Trotz aller Warnungen vor einem dramatischen Klimawandel steigt der Ausstoß von Treibhausgasen in den Hauptverursacherländern weiter an: Seit dem Jahr 2000 nahmen die Emissionen der Industriestaaten um 2,3 Prozent zu, wie das UN-Klimasekretariat am Montag in Bonn mitteilte. Das steht nur in scheinbarem Widerspruch zu der Tatsache, dass die Gesamtwerte nach Angaben des UN-Sekretariats für 2006 noch immer um rund fünf Prozent unter dem Basisjahr 1990 des Kyoto-Protokolls liegen. Diese Minderung sei nämlich vor allem auf den Zusammenbruch der alten Industriestrukturen in der DDR sowie in Mittel- und Osteuropa in den 90er Jahren zurückzuführen.

Die USA, die das Kyoto-Protokoll nicht mittragen, haben ihren Ausstoß an Klimagasen laut UN-Angaben um gut 14 Prozent erhöht. In der Klimarahmenkonvention von 1992 hatten aber auch die Vereinigten Staaten versprochen, ihre Emissionen auf den Wert von 1990 zurückzuführen - allerdings nur als unverbindliche Zusage.

Österreich weit von den Zielvorgaben entfernt

Die Daten seien ein Beleg, dass beim Klimaschutz dringliches Handeln erforderlich sei, betonte der Chef des Klimasekretariats, Yvo de Boer. Bei der bevorstehenden UN-Konferenz in Posen (Polen/1. bis 12. Dezember) müsse es "gute Fortschritte" auf dem Weg zu einem neuen Abkommen für die Zeit nach 2012 geben, wenn das Kyoto-Protokoll auslaufe.

Österreich hat 2006 seit längerem wieder einen Rückgang der Treibhausgasemissionen verbucht. Nach dem Rekordhoch von 2005 mit 93,2 Millionen Tonnen sanken die Ausstöße auf 91,1 Millionen Tonnen. Das Kyoto-Ziel Österreichs sind allerdings 68,8 Millionen Tonnen.

Die "Hitliste"

Das UN-Klimasekretariat erfasste die Treibhausgasemissionen aller 40 Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls. Die verschiedenen Abgase wurden dabei - je nach ihrer Klimawirkung - in Kohlendioxid-Äquivalentmengen umgerechnet. Die größten Emittenten waren im Jahr 2006 demnach:

  • USA: 7017 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent
  • Russland: 2190
  • Japan: 1340
  • Deutschland: 1005
  • Kanada: 721
  • Großbritannien: 656
  • Italien: 568
  • Frankreich: 547
  • Australien: 536
  • Ukraine: 443
  • ...
  • Österreich:91,1

(APA/AP/dpa/red)

Share if you care.