Frauen essen anders als Männer

17. November 2008, 16:02
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Gründe dafür sind im unterschiedlich hohen Energieverbrauch und Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen zu finden

Frauen essen "figurbewusst" und "schauen auf ihre Linie". Männer hingegen brauchen etwas "Deftiges" - so zumindest hört man es oft in unserer Gesellschaft. Starker Mann und schöne Frau, ein passendes Bild für das Klischee-Bilderbuch. Von der medizinischen Seite betrachtet benötigen Frau und Mann körperliche und hormonell verschiedene Nährstoffe, erklärt Ernährungswissenschafter Heinz Freisling von der Uni Wien.

Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Begriff für die geschlechtsspezifisch besonders gut geeigneten Lebensmittel: "Gender Food".

Männer verbrennen mehr Kalorien

Frauen greifen häufiger zu leichten Gerichten, wie Fisch, Salat und Gemüse. Männer hingegen bevorzugen öfter als Frauenn Deftigeres wie Steak, Schnitzel oder Schweinsbraten. Denn diese "Kalorienbomben" können Männer besser verwerten als Frauen, so Freisling: "Männer haben einen höheren Anteil an Muskelmasse und daher einen höheren Energiebedarf." Sie verbrennen über den Tag verteilt mehr Kalorien, im Schnitt rund 2.900 Kilokalorien, und können daher zu energiereicherer Nahrung greifen. Frauen benötigen täglich etwa 2.200 Kilokalorien.

Geschlechtsspezifischer Bedarf an Vitaminen

Ein weiterer Grund, warum unterschiedliche Lebensmitteln bevorzugt werden, ist der geschlechtsspezifische Bedarf an unterschiedlichen Mineralstoffen und Vitaminen. "Frauen leiden aufgrund der Regelblutung sowie während der Wechseljahre meist an Eisenmangel", erklärt Diätologin Edith Kubiena. Eisen kommt unter anderm in Beeren, Soja, schwarzer Melasse sowie in rotem Fleisch vor.

"Auffällig ist, dass Frauen viel öfter als Männer Verdauungsbeschwerden haben", weiß Kubiena aus der Praxis. Deswegen rät sie, viel zu trinken. "Abgekochtes Wasser mit Ingwerscheiben, das wärmt den Verdauungstrakt."

Fisch, vor allem fettreiche Sorten, sollte bei Frauen oft am Speiseplan stehen. Er enthält viel Vitamin D - ein wichtiger Nährstoff zur Vorbeugung der "Frauenkrankheit" Osteoporose. "Auch auf die Kalziumzufuhr sollte in diesem Zusammenhang geachtet werden", rät Kubiena. "Wichtige Lieferanten sind Kohlgemüse, Milch und Milchprodukte, Sesam und Oliven." Schwangere benötigen viel Folsäure, um eventuellen Missbildungen des Kindes vorzubeugen. Besonders folsäurehaltig sind Brokkoli, Spinat, Salat, Hülsenfrüchte, Spargel und Bohnen. "Folsäure ist auch für ältere Männer wichtig, um den Herz-Kreislauf zu stärken", so die Diätologin.

Fleisch als Eiweiß- und Zinklieferant

Dass bei Männern besonders oft Fleisch am Teller landet, hat einen Grund: "Fleisch ist sehr energiehaltig und enthält sehr viel Eiweiß, der Powerstoff für die Muskeln" erklärte Freisling. Außerdem enthält es Zink. Das benötigen Männer zum Aufbau des Sexualhormons Testosteron. Dieses wird im Laufe der Jahre abgebaut, doch mit den richtigen Lebensmitteln kann dem vorgebeugt werden. "Die Zinkbombe schlechthin ist die Auster", sagte Kubiena. Auch Haferflocken und Nüssen enthalten den Mineralstoff. Als kleinen Snack für zwischendurch empfahl Freisling Kürbiskerne: "Die schützen gegen Prostatabeschwerden."

Gründe, warum Männer und Frauen häufig unterschiedliche Lebensmittel bevorzugen liegen nicht nur an den Vorlieben, sondern auch am ungleichen Energieverbrauch und dem geschlechtsspezifischen Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen. (APA/red)

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    Ein Grund, warum unterschiedliche Lebensmitteln bevorzugt werden, ist der geschlechtsspezifische Bedarf an unterschiedlichen Mineralstoffen und Vitaminen.

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