Telekom-Personalabbau - Universaldienst muss aufrechterhalten werden

17. November 2008, 13:00
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Zahl der Telefonzellen genauso festgeschrieben wie die maximale Herstellungszeit eines Telefonanschlusses

Die Telekom Austria steckt in der Zwickmühle. Einerseits geht das Geschäft im Festnetz deutlich zurück, anderseits kann sie diesen Bereich nicht einfach reduzieren. Abgesehen davon, dass ohne Festnetz kein Handynetz funktioniert, hat der Gesetzgeber auch jede Menge Auflagen für die Telekom vorgeschrieben - vergleichbar mit der Universaldienstverordnung der Post AG.

"Zielwerte"

In der Verordnung werden "Zielwerte festgelegt, welche bei der Erbringung des Universaldienstes einzuhalten sind. Die sich aus dem Telekommunikationsgesetzes und aus dieser Verordnung ergebenden Verpflichtungen erstrecken sich auf alle Teilnehmeranschlüsse sowie auf öffentliche Sprechstellen", heißt es. Demnach muss die Telekom 95 Prozent der Anschlüsse innerhalb von 15 Werktagen bereitgestellt haben.

90 Prozent aller Störungen müssen innerhalb von 24 Stunden behoben sein. Die Verfügbarkeit darf bei sämtlichen Notrufdiensten 99,9 Prozent pro Jahr nicht unterschreiten. Die Reaktionszeit beim nicht kostenpflichtigen Auskunftsdienst darf in 99 Prozent der Fälle die Dauer von 20 Sekunden nicht überschreiten."

98 Prozent

Der Anteil betriebsbereiter öffentlicher Sprechstellen darf im Jahresdurchschnitt 98 Prozent aller öffentlichen Sprechstellen nicht unterschreiten. Die Telekom hat zumindest den Grad an flächendeckender Versorgung durch öffentliche Sprechstellen aufrechtzuerhalten, der zum 1. Jänner 1999 bestanden hat, heißt es in der Verordnung.

Wie berichtet will die Telekom in den nächsten drei Jahren 2.500 Arbeitsplätze abbauen, 1.250 davon sollen schon 2009 eingespart werden. Das Problem dabei: Der überwiegende Anteil der Telekom-Belegschaft im Festnetz sind Beamte und haben daher einen Kündigungsschutz. Gehen sie nicht freiwillig, werden sie bei nahezu vollen Bezügen zum Nichtstun verdammt. Diese sogenannte "Passivierung" erfolgt entweder zu Hause oder in im "Karrierezentrum", dem sogenannten TAP. "Dort sitzen dann Mitarbeiter, die zwei Stunden Anfahrtszeit haben und den ganzen Tag beim Fenster rausschauen", heißt es aus Belegschaftskreisen.(APA)

 

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