X.org: Neue Release des Grafikservers bereits Anfang Jänner

17. November 2008, 13:09
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Bringt einige zentrale Verbesserungen - DRI2 und RandR 1.3 mit dabei, Multi-Pointer-X erneut verschoben

In der Vergangenheit war der Release-Prozess von X.org immer wieder durch längere Verzögerungen beeinträchtigt. So wurde etwa X.org 7.4 erst mit einigen Monaten Verspätung veröffentlicht. Eine Situation, in der dann vor einigen Wochen eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der Unix/Linux-Grafikserverwelt das Ruder an sich gerissen hat: Keith Packard, einst maßgeblich an der Abspaltung des X.org-Projekts von Xfree86 beteiligt, will sich um die kommende Release kümmern.

Diskussionen

Dieser Ankündigung hat er nun erste Taten folgen lassen, auf der Mailing-Liste des Projekts wird derzeit der Zeitplan für die Veröffentlichung des xorg-servers 1.6 diskutiert. Nach dem aktuellen Stand der Diskussion soll eine erste Beta bereits am 24. November freigegeben werden, nach einer weiteren Beta folgt ein erster Release Candidate kurz vor Weihnachten, konkret am 22. Dezember. Die fertige Version der zentralen X.org-Komponente soll dann am 5. Jänner zum Download bereitstehen.

DRI2

Dabei soll der xorg-server 1.6 endlich einige der aktuellen Entwicklungen im Linux-Grafikserver-Umfeld der breiten Masse zugänglich machen. Allen voran der vollständige Rewrite der Direct-Rendering-Infrastructure im DRI2-Projekt. Der dafür benötigte Speichermanager GEM sollte zeitgerecht als Teil des Linux Kernel 2.6.28 ausgeliefert werden.

RandR 1.3

Ein weiterer Eckpunkt ist die Aufnahme einer neuen Version der Resize and Rotate Extension, RandR 1.3 soll vor allem kleinere Verbesserungen bringen, mit GPU-Objekt-Support aber auch den Weg für die Möglichkeit, mehrere GPUs für einen Screen zu benutzen, ebnen. Eine weitere Verschiebung gibt es hingegen für den Multi-Pointer-X-Support, also die Möglichkeit mehrere Eingabedevices gleichzeitig zu benutzen. Der zuständige Entwickler peilt nun den xorg-server 1.7 für eine fixe Integration an.

Treiber

Abzuwarten bleibt freilich, wie schnell die Neuerungen dann auch in den einzelnen Treibern genutzt werden, die BenutzerInnen also wirklich davon profitieren. Während Intel neue Technologien meist äußerst flott integriert - immerhin ist man auch zu einem bedeutenden Teil an der Entwicklung beteiligt - dauert dies bei den proprietären Treibern von NVidia und ATI meist etwas länger. So hat etwa ATI erst vor kurzem RandR 1.2-Unterstützung eingeführt. Allerdings gibt es zumindest für nicht ganz aktuelle Grafikchips freie Treiber als Alternative, eine Version eines Radeon-Treibers mit DRI2-Unterstützung sollte entsprechend zeitgerecht fertig werden.

Ausblick

Geht man nach den bisher kommunizierten Plänen soll die darauf folgende Release übrigens auch nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen: Die Kombination aus xorg-server 1.7 / X.org 7.4 ist demnach für den April 2009 vorgesehen. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 17.11.2008)

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