Zittern im GM-Werk Wien-Aspern

17. November 2008, 11:23
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Sollte Opel wegen der US-Mutter GM in größere Probleme kommen, könnte dies gravierende Folgen für das Motoren- und Getriebewerk in Wien-Aspern haben

Wien - Wegen der Insolvenzgefahr des US-Autoriesen General Motors (GM), die nun den deutschen Autobauer Opel um Staatsgarantien in Milliardenhöhe bitten lässt, geht auch im GM-Powertrain-Werk in Wien-Aspern die Angst um. Jeder zweite Opel fährt mit einem Getriebe aus Österreich und jeder dritte Wagen mit einem hier hergestellten Motor, 90 Prozent der Wiener Produktion geht an den deutschen Autobauer. Sollte Opel wegen der US-Mutter GM in größere Probleme kommen, könnte dies gravierende Folgen für das Motoren- und Getriebewerk in Wien-Aspern haben, wo laut Unternehmenssprecherin Elisabeth Schuller aktuell 1.850 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Schon im Oktober hatte das GM-Powertrain-Werk in Aspern wegen der allgemeinen Auto-Nachfragekrise einige Tage lang die Produktion einstellen müssen. Als besonders flau wurde die Nachfrage bei Fünfganggetrieben bezeichnet. Für November waren weitere produktionsfreie Tage fixiert worden - zunächst einer bei den Motoren und bis zu sechs Tage bei den Getrieben, hieß es Anfang des Monats. Mittlerweile sind es bei den Getrieben 6 bis 9 freie Tage, sagte Schuller heute Montag.

Pläne für kommendes Jahr liegen noch nicht vor

150 Zeitarbeiter würden, wie bereits angekündigt, mit Ende November abgebaut. "Mit dieser Maßnahme und der Einführung eines Zeitmodells in Abstimmung mit dem Betriebsrat konnten wir Lohnverluste und Kurzarbeit vermeiden sowie das Stammpersonal mit 1.850 Mitarbeitern erhalten", so die Sprecherin. Im Dezember gebe es keine Änderungen beim Personal. "Wir haben das nicht geändert - wir haben auch jetzt keine Kurzarbeit und keine Kündigungen", sagte Schuller. Die Pläne für nächstes Jahr liegen allerdings laut Unternehmenssprecherin noch nicht vor.

Dank des neuen Arbeitszeitmodells über 52 Wochen können produktionsfreie Tage festgelegt werden. Davon wird in Wien-Aspern beispielsweise auch am 18. und 19. Dezember Gebrauch gemacht - anschließend sind Werksferien, über die Weihnachtsfeiertage bis zum 7. Jänner. Die beiden Tage vor Weihnachten (22. und 23. Dezember) bauen die Arbeitnehmer mit Urlaubstagen und Überstundenguthaben ab. Der anschließende zweiwöchige Weihnachtsurlaub an sich sei bereits seit Jahresanfang so geplant, verwies Schuller auf die anstehende Inventur.

Das "Bandbreitenmodell" mit der Belegschaftsvertretung erlaubt, in der produktionsfreien Zeit "Minusstunden" zu schreiben. Zudem werden auch noch Überstunden abgebaut. Europaweit drosselt Opel die Autoproduktion bis Jahresende um etliche Zigtausend Stück. (APA)

 

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